Typisierung bis zum 55. Lebensjahr Wer Mathilda helfen möchte: Das sind Voraussetzungen

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Meppen. Das Schicksal der vierjährigen Mathilda aus Geeste, bei der die Leukämie in aggressiver Form zurück ist, berührt. Viele Menschen möchten sich typisieren lassen, um ihr bei entsprechender genetischer Übereinstimmung die so dringend benötigten Stammzellen zu spenden.

Für die Registrierung gibt es Bestimmungen. Unsere Redaktion hat bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) nachgefragt.

Wer kann spenden?

Grundsätzlich kann sich jeder im Alter zwischen 17 und 55 Jahren als potenzieller Stammzellspender registrieren lassen. Gespendet werden darf bis zum 60. Lebensjahr einschließlich. Das bedeutet konkret: Ein zum Beispiel 57 Jahre alter Mensch kann sich nicht mehr neu typisieren lassen und kommt damit auch nicht als Stammzellenspender infrage. Wäre diese Person bis zu ihrem 55. Lebensjahr typisiert worden, dürfte sie im Fall eines Falles noch bis zum 60. Lebensjahr Stammzellen spenden. Die Daten der Spender werden bei Erreichen des 61. Geburtstag automatisch aus dem Register gelöscht.

Warum ist mit 55 Jahren Schluss?

Wie erklärt sich diese Diskrepanz von fünf Jahren? „Sie haben natürlich recht, auch mit 57 Jahren könnte jemand noch der genetische Zwilling für einen Patienten und damit der Lebensretter sein. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass überwiegend die sehr jungen Spender angefordert werden. Die über 50-Jährigen werden nur noch selten angefragt. Wer sich erst in diesem Alter registrieren lässt, wird vermutlich sehr lange auf eine Anforderung warten und ist dann schon fast aus dem spendefähigen Alter raus“, so Katja Kluger vom Team Öffentlichkeitsarbeit der DKMS.

Spendewilligen 50+ werde deshalb empfohlen, eher einem jüngeren Spender durch die Finanzierung der Typisierung zu helfen. Die Registrierung eines neuen Spenders kostet die DKMS 40 Euro. Als gemeinnützige Organisation sei man daher auf Geldspenden angewiesen. Registrierte 17-Jährige werden ab dem 18. Geburtstag für den weltweiten Suchlauf berücksichtigt.

Welche Ausschlusskriterien gibt es?

Ausschlusskriterien für eine Typisierung sind neben dem Alter diverse gesundheitliche Aspekte. Zu den wichtigsten Ausschlusskriterien gehört das Gewicht. Die Zahl der Stammzellen, die bei der Spende entnommen werden können, ist vom Gewicht abhängig: Bei höherem Gewicht könnten in der Regel mehr Stammzellen gewonnen werden. Außerdem sei bei einer geringen Zahl von transplantierten Zellen erfahrungsgemäß die Chance für eine erfolgreiche Transplantation geringer. Daher sei eine Gewichtsuntergrenze nötig. Eine Stammzellspende bzw. Aufnahme in die Datei sei bei einem Gewicht unter 50 Kilogramm leider nicht sinnvoll.

Aber auch Erkrankungen wie schwere Stoffwechselstörungen oder von Lunge bzw. Nieren zählen dazu. „Für eine Spende zugelassen werden können grundsätzlich nur gesunde Personen“, so die DKMS.

Wie funktioniert die Registrierung?

Mit den Wattestäbchen werden Abstriche von der Wangenschleimhaut entnommen. Entsprechende Sets kann man über die DKMS ordern. Diese werden samt ausgefüllter Einverständniserklärung an das DKMS-Labor zurückgeschickt. Nach der Registrierung werden die Untersuchungsergebnisse des Wangenabstrichs in der Datei gespeichert und anonym für den weltweiten Patientensuchlauf zur Verfügung gestellt.

Wo findet die Typisierung für Mathilda statt?

Jeder Spendenwillige kann sich zudem bei einer öffentlichen Aktion registrieren lassen. Für Mathilda und andere Betroffene findet sie am Sonntag, 26. August, 11 bis 17 Uhr, in der Turnhalle Geeste, Wilhelmstraße 4 in Geeste, statt.

Wo kann man sich noch typisieren lassen?

Außerdem kann man sich im Stadtkiosk Lingen Damaschke, Schillerstraße 1, ebenfalls für Matilda und andere erkrankte Menschen kostenlos typisieren lassen. Die Mitarbeiter vor Ort beantworten Fragen jeglicher Art zu dem Thema und achten auf Ausschlusskriterien. Sie stehen im ständigen Kontakt mit der DKMS, die den Lingener Typisierungspunkt regelmäßig mit Typisierungssets versorgt.

Eine Übersicht über alle Spenderdateien in Deutschland gibt es unter www.zkrd.de/adressen.


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