Handwerk oder doch Bürojob? Ausbildungsstarter im mittleren Emsland ziehen erstes Fazit

Von David Hartmann

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Meppen. Seit zwei Wochen läuft das neue Ausbildungsjahr im Emsland, die ersten Tage im neuen Betrieb und in fremder Umgebung sind überstanden. Doch wie gefällt den jungen Leuten aus dem mittleren Emsland das Arbeitsleben?

Der Landkreis Emsland ist einer der größten Arbeitgeber in der Region und Ziel vieler Auszubildender. Zwei davon sind die Werlterin Julia Meyer und die Harenerin Sofia Delikiavouridis, die eine dreijährige Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten durchlaufen. Julia Meyer verbindet mit der Kreisverwaltung vor allem Vielfalt und Bürgernähe. „Die Abwechslung zwischen persönlichem Kontakt und der eigenen Arbeit am Computer gefällt mir sehr. Häufig muss man sich für eines entscheiden, hier kann ich Wirtschaftliches und Soziales verknüpfen“, erklärt die 20-Jährige.

Für Sofia Delikiavouridis bot sich der Landkreis aufgrund der großen Abwechslung an. „Schon in der Schulzeit habe ich Praktika bei der Stadt absolviert, die mir gut gefielen. Für mich ist der Landkreis ein Arbeitgeber, der viel Abwechslung mit seinen unterschiedlichen Bereichen bietet“, sagt die 19-Jährige.

Lange Praxisphasen wichtig

In den ersten Tagen wurden die beiden Auszubildenden aber nicht ins kalte Wasser geworfen; zurzeit stehen EDV-Schulungen und dienstbegleitender Unterricht auf dem Stundenplan. „Für uns ist es erst einmal wichtig, die Grundzüge unseres Berufs zu lernen: den richtigen Umgang mit Kunden am Telefon und die Anwendung der Dienstprogramme“, erklären die Emsländerinnen.

Die Berufsschule startet für die beiden Auszubildenden allerdings erst im November. Denn anders als bei anderen Ausbildungen gibt es für die angehenden Verwaltungsfachangestellten Blockunterricht. „Das ist das Besondere an unserer Ausbildung. Anders wäre es für unsere Auszubildenden auch kaum möglich, in den Beruf hinein zu finden, da sind lange Praxisphasen wichtig“, erklärt Stefan Andrees, Sachbearbeiter für Ausbildungsangelegenheiten.

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Während der dreijährigen Ausbildung bekommen Meyer und Delikiavouridis Einblicke in sechs verschiedene Fachbereiche. „Die Abwechslung ist wichtig für mich. Ich freue mich darauf, zu sehen, welcher Fachbereich am besten zu mir passt“, sagt Meyer.

Früh aufstehen

Eine ganz andere Ausbildung durchläuft der Haselünner Max Homes. Der 16-Jährige beginnt eine Ausbildung zum Elektriker und ist seit dem 1. August bei Elektro Westendorf in Klein Berßen. Für den Haselünner stand früh fest, eine Ausbildung im Handwerk zu beginnen: „In den Sommerferien 2017 habe ich schon ein Praktikum hier gemacht und mitgearbeitet. Da stand schnell für mich fest, dass ich das gerne weiter machen möchte.“

Schon seit dem ersten Tag im Betrieb geht es für den 16-Jährigen richtig zur Sache: „Im Moment bin ich auf einer Baustelle in Rheine. Beginn ist morgens um 6 Uhr und Feierabend habe ich gegen 15.30 Uhr“. Körperlich erholen kann sich der Auszubildende am Mittwoch und Donnerstag, dann ist Schulunterricht an den BBS in Meppen angesagt. „Auf dem Stundenplan stehen vor allem Mathe und Physik, wir müssen viel an technischen Grundlagen lernen. Aber natürlich auch Englisch, Deutsch und Politik.“

Neues Wissen

Der Haselünner freut sich am meisten über das neue Wissen, das ihm während der dreieinhalbjährigen Ausbildung vermittelt wird: „Ich freue mich, mich so richtig in die Materie einzuarbeiten. Zu lernen, wie alles funktioniert“, sagt Max Homes.

Neben ihm hat Elektro Westendorf noch vier weitere Auszubildende eingestellt. „Das Handwerk kämpft um den Nachwuchs, da wollen wir helfen“, erklärt Geschäftsführer Thomas Westendorf. Neben vier angehenden Elektrikern bildet Elektro Westendorf eine Auszubildende im Bereich Büromanagement aus.


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