Faszinierendes Erlebnis für Auge und Ohr We Stood Like Kings ziehen Konzertbesucher in Meppen in den Bann

Von Gerd Mecklenborg

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Musik und Film entfachten beim Konzert von We Stood Like Kings zu „Koyaanisqatsi“ an der Meppener Koppelschleuse ein einzigartiges audiovisuelles Erlebnis. Foto: Gerd MecklenborgMusik und Film entfachten beim Konzert von We Stood Like Kings zu „Koyaanisqatsi“ an der Meppener Koppelschleuse ein einzigartiges audiovisuelles Erlebnis. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. Als „das faszinierendste audiovisuelle Erlebnis, das mir bisher in dieser Region geboten wurden“, haben mehrere begeisterte Besucher den Liveauftritt der belgischen Postrockband We Stood Like Kings auf dem Gelände des Meppener Kulturzentrums Koppelschleuse bezeichnet.

Sie wurden Zeuge eines atemberaubenden Aufeinandertreffens des legendären, von Godfrey Reggio in Szene gesetzten und von Francis Ford Coppola produzierten Films „Koyaanisqatsi“ und des neuen, unglaublich gut arrangierten, brillanten und dauerberührenden Soundtracks aus der Feder dieser jungen Musiker. Das Kino-Open-Air-Konzert war ursprünglich „ganz unter freiem Himmel geplant. Da es aber am Nachmittag noch sehr bewölkt war, haben wir unser gesamtes Equipment in der Remise aufgebaut“, erklärten die Bandmitglieder.

Das hatte was für sich, denn dort entfaltete sich dieser unglaublich gute Livesound des Quartetts in Vollendung. We Stood Like Kings, das sind Judith Hoorens (Keyboards), Colin Deloye (Bass), Philip Bolton (Gitarre) und Mathieu Waterkeyn (Schlagzeug). Vier virtuose Musiker, die ihre Live-Performance hingebungsvoll zelebrieren. Nicht nur für Freunde und Kenner des 1960er bis Anfang 1970er Progrock war dieser Abend in Meppen eine Offenbarung, denn derart komplexe Werke dieses Genres hört man als Neukomposition nur noch selten.

Hörerlebnis mit und ohne Bilder

Die Eigenkomposition der jungen Belgier zu „Koyaanisqatsi“, mit dem Titel „USA 1982“, wäre in den goldenen Progrock-Jahren ein Welterfolg gewesen. In Meppen lauschten die Konzertbesucher dieser außergewöhnlichen Kombination aus Klassik und Prog, angetrieben durch das fließende Keyboardspiel der charismatischen Pianistin Judith Hoorens, fast andächtig. Einiges erinnerte Genrekenner an das Pink-Floyd-Konzeptalbum „Animals“ oder an „Snow Goose“ von Camel.

Und diese faszinierende Musik, die sie zu den rasant wechselnden Filmsequenzen vernahmen, war nicht nur Filmbegleitung, sie wäre auch ein Hörerlebnis ganz ohne Bilder geworden, „denn ich habe sehr oft die Augen geschlossen dabei“, sagte ein begeisterter „Fast-Nur-Zuhörer“. In den Soundteppich wurden auch immer wieder klassische Elemente, die an Chopin, und hier und da sogar an epische Wagner-Musik erinnerten, eingeflochten. Das perlende Fender-Strat-Spiel von Philip Bolton umgarnte die wunderschönen Melodiebögen aus Judith Hoorens E-Piano, das von Mathieu Waterkeyn akzentuiert eingesetzte Schlagzeug und der tieftönig singende Bass von Colin Deloye sorgten für einen spannenden Dynamikwechsel.

So wurde wieder einmal hörbar, wie unglaublich lebendig komplex notierte Musik, exakt auf den Punkt arrangiert, als Livevariante von Meistern des Genres live verzaubern kann. Minutenlanger Applaus belohnte diese nicht nur filmmusikalische Glanzleistung.


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