See in Meppen verunstaltet Ufer voller Müll: Angler stellen Strafanzeige

Von Tobias Böckermann


Meppen. Eigentlich soll der Baggersee an der Bundesstraße 402 in Meppen-Versen der Natur als Ausgleich für den Straßenbau dienen. Immer wieder aber lassen Unbekannte hier Unrat und Müll zurück. Der Sportangelverein Versen (SAV) hat jetzt Strafanzeige gestellt.

Der SAV ist Pächter der ehemaligen Sandentnahmestelle, die sich in den vergangen gut drei Jahrzehnten zu einem wertvollen Lebensraum für Fische, Amphibien und Libellen entwickelt hat.

Seit Jahren wird dort gebadet, was streng genommen verboten sei aber zähneknirschend akzeptiert wird – „solange die Menschen sich rücksichtsvoll benehmen. Und genau das ist immer häufiger nicht der Fall“, sagt der erste Vorsitzende des SAV, Michael Herbers. Am vergangenen Wochenende sei das Fass übergelaufen, berichtet er, deshalb habe er Anzeige wegen einer Straftat gegen die Umwelt und Verstoßes gegen die Waldbrandverordnung gestellt.

Was war geschehen? Am Dienstagmorgen hatte eine Anwohnerin den Sportangelverein informiert. Offenbar hatte am Wochenende zuvor ein illegales Zeltlager dort stattgefunden. „Es fand sich eine noch glühende Feuerstelle, Matratzen, Schlafsäcke, halb volle Flaschen mit hochprozentigem Alkohol, sowie weiterer Unrat von erheblicher Menge vor, der offensichtlich zurückgelassen worden war“, sagt Michael Herbers. Dieser Müll sei allerdings bereits von anderen Mitbürgern zusammengestellt worden, um die verunreinigte Fläche wenigstens zu verkleinern.

Rücksichtsloses Verhalten

Das Problem: Immer wieder müssen Angler oder Anwohner die Hinterlassenschaften von rücksichtslosen Badegästen, Grillfeiern oder Partys wegräumen. Nicht selten liegen Glasscherben im Sand und stellen eine Gefahr für Spaziergänger und Hunde dar, die nicht selten am See ausgeführt werden.

Die schlechteste Alternative sein die komplette Sperrung und Umzäunung des Sees. „Das wollen wir aber nicht. Wir wollen niemandem die Erholung in der Natur verbieten und uns liegt als Angler und Naturschützer am Herzen, dass die Natur als wertvollstes Gut wahrgenommen wird“, sagt Michael Herbers. Aber mehr Rücksichtnahme könne man erwarten. Deshalb werde in Zukunft jede ähnliche Tat zur Anzeige gebracht.

Das Problem der illegalen Müllablagerungen gibt es auch in anderen Naturschutzgebieten. So haben auch in der Meppener Kuhweide wieder Unbekannte Glasscherben und Müll hinterlassen.


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