Arbeitsurlaub an der Ostsee Meppenerin ist seit 30 Jahren während der Ferien im Dienst

Von David Hartmann

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Einsatzleiter Klaus Holger Hecken (links) ehrt Renate Jansen (3. v.links) im Beisein ihres Wachteams. Foto: privatEinsatzleiter Klaus Holger Hecken (links) ehrt Renate Jansen (3. v.links) im Beisein ihres Wachteams. Foto: privat

Meppen. Die Meppenerin Renate Jansen wurde im Ostseebad Kellenhusen für ihre ehrenamtliche Tätigkeit im Wachdienst während der Ferienzeit geehrt. Die 46-Jährige ist seit 30 Jahren im Zentralen Wasserrettungsdienst der DLRG im Einsatz.

Renate Jansen verbringt seit 30 Jahren ihren zwei- bis dreiwöchigen Urlaub als ehrenamtliche Rettungsschwimmerin, Bootsführerin und Wachleiterin im Ostseebad Kellenhusen. „Ich nenne es immer Arbeitsurlaub“, sagt die Grundschullehrerin lachend, und erklärt auch, was sie damit meint. „Im Urlaub kann ich machen, was ich will, wann ich will. Das geht im Wasserrettungsdienst nicht, da wir jeden Tag von 9 bis 18 Uhr im Dienst sind. Ein bisschen Urlaub ist es aber schon, weil ich jeden Tag am Strand bin und nach Feierabend mit vielen netten Menschen tolle Stunden direkt an der Ostsee verbringen kann.“

Menschen helfen, Leben retten

Und genau diese Menschen, aus verschiedensten DLRG-Stationen, prägen die Erinnerungen der 46-Jährigen. „Es ist jedes Jahr auf Neue schön, nach Kellenhusen zu kommen. Es sind schon so viele Freundschaften hier entstanden“, berichtet Jansen. Aber das Hauptaugenmerk ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit liegt darin, anderen Menschen zu helfen und gegebenenfalls Leben zu retten. „Größtenteils behandeln wir diverse Schnittverletzungen durch Muscheln und Scherben oder Badegäste, die mit Feuerquallen in Berührung gekommen sind. Aber natürlich gibt es auch die Fälle, bei denen wir ins Wasser müssen und Menschen vorm Ertrinken bewahren“, erzählt die Rettungsschwimmerin. Die meisten Unfälle passieren laut Jansen aufgrund von zu geringer Aufmerksamkeit. „Sobald die Badegäste an den Strand kommen, hören sie auf, die einfachsten Baderegeln zu beachten. Viele heizen sich in der Sonne richtig auf und springen dann ins kalte Wasser. Da kommt es schon mal vor, dass der eine oder andere Probleme mit dem Kreislauf bekommt“, so Renate Jansen.

Während ihrer Laufbahn in Kellenhusen konnte Renate Jansen allerdings einem Menschen nicht helfen. Ein etwas Mann mittleren Alters befand sich im kniehohen Wasser, um sich abzukühlen. Doch plötzlich sackte er zusammen und kippte zur Seite. „Wir sind sofort zu ihm gelaufen und haben Erste Hilfe geleistet, bis der Krankenwagen und Notarzt eintraf. Leider ohne Erfolg. Der Mann erlitt einen Herzinfarkt und starb am Strand“, erzählt die Boots- und Wachführerin vom traurigen Höhepunkt ihrer Karriere. Im Nachhinein klärten die Einsatzkräfte Renate Jansen und ihre Wachmannschaft über den Vorfall auf. „Sie sagten uns, dass wir genau richtig gehandelt haben. Selbst wenn die Rettungskräfte neben dem Mann gestanden hätten, wäre es auch für sie nicht möglich gewesen den Mann zu retten. Wir hätten nichts tun können.“

Man lernt fürs Leben

Trotz dieses Ereignisses sagt sie: „Die positiven Erlebnisse sind hier ganz klar in der Mehrzahl. Besonders schön ist es immer, wenn Badegäste zu uns kommen und einfach ,Danke‘ sagen. Danke dafür, dass wir da sind.“ Renate Jansen, die auch ihren Ehemann im Ostseebad in der Lübecker Bucht kennenlernte, legt dem Nachwuchs nahe, solch einer Tätigkeit im Sommer nachzugehen. „Das, was in den DLRG-Wachposten passiert ist so wichtig. Hier lernt man fürs Leben und das kann nur im Team funktionieren.“ Der Antrieb der Meppenerin ist einfach zusammengefasst: „Wir möchten zusammen etwas erreichen, zusammen für andere da sein und zusammen für einander da sein.“


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