Stück von Ödön von Horváth Meppener Windthorst-Gymnasium inszeniert „Himmelwärts“

Von Petra Heidemann

Die Zeichnung für Plakate und Flyer stammt aus der Hand der ehemaligen Schülerin des Windthorst-Gymnasiums Johanna Keuper.Die Zeichnung für Plakate und Flyer stammt aus der Hand der ehemaligen Schülerin des Windthorst-Gymnasiums Johanna Keuper.

Meppen. In der Theater AG des Meppener Windthorst-Gymnasiums hat unter der Regie von Ellen Bechtluft die heiße Phase der Proben begonnen. In diesem Jahr gibt es das Stück „Himmelwärts“ von Ödön von Horváth, uraufgeführt im Jahr 1937, auf der Theaterbühne zu sehen. Erstmalig wirkt auch der Schulchor unter der Leitung von Stefanie Rüther mit.

„Wie kommst denn du da herauf?“, leitet Petrus das Hovárth-Stück „Himmelwärts“ ein. Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit zwischen Himmel, Erde und Hölle und damit nach Sinnhaftigkeit und Streben eines jeden Lebens ist bis heute „höllisch“ brisant.

Auf allen drei Ebenen der christlichen Vorstellung – Himmel, Erde, Hölle – sieht sich der Zuschauer konfrontiert mit der Familie Steinthaler. Vom Himmel herab versucht Mutter Steinthaler, das Schicksal ihrer Tochter zu beeinflussen. Auf der Erde läuft Tochter Luise ihrem Lebenstraum einer Opernkarriere hinterher. Welch Glücksfall, dass der Vertrag des Theaterdirektors mit dem Teufel ausläuft und Luise sich als Ersatzseele anbietet. die beiden Parteien schließen einen Vertrag, Luise Steinthalers Seelenwohl für die himmlische Karriere auf Erden verkauft. Vater Steinthaler erlebt dies aus nächster Nähe mit, befindet er sich doch bereits aufgrund seines egoistischen Lebens in der Hölle. Erscheint sein Nachfragen beim Teufel zunächst als Besorgnis um seine Tochter, beschäftigen ihn, schließlich im Himmel angekommen, eher wieder irdische Sorgen wie die Frage nach dem Feierabendbier.

Horváths Figuren mit aktuellem Bezug

In Zeiten zunehmender Schnelllebigkeit und Entfremdung, in denen die moderne Gesellschaft kategorisiert wird und nach Erfolgsprinzipien funktioniert, steht die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Existenz zentral im Blickfeld. Horváths Figuren bieten Anstoß für Nachdenklichkeit. Sie lassen die Zuschauer auflachen, aber auch diejenigen, die es wünschen, in den Spiegel blicken.

Gelegenheit dazu bieten die Premiere am Donnerstag, dem 6. September, und die weiteren Aufführungen am Freitag, dem 7. September und am Dienstag, dem 11. September, jeweils um 20 Uhr im Theater Meppen. Die Eintrittskarten zum Preis von fünf Euro für Schüler und sieben Euro für Erwachsenen sind an der Abendkasse erhältlich.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN