Redaktion vor Ort: Ruf nach der Polizei wird lauter „Es fehlt in Meppen eine Fußgängerlobby“

Von Hermann-Josef Mammes


Meppen. Im Rahmen meiner Serie „Redaktion vor Ort“ habe ich schon mehrfach in diesem Sommer das Radfahren in Meppen thematisiert. Jetzt erhielt ich Besuch von der Meppenerin Irmtraut Matthies. Sie beklagt „viele schwierige Situationen“ für Fußgänger.

Die Rentnerin zeigte mir gleich eine ganze Liste an problemtatischen Stellen in der Meppener Innenstadt auf, an denen Fußgängern das „Leben schwer gemacht wird“. Sie selbst wohnt an der Deichstraße in Meppen und ist oft zu Fuß in der Stadt unterwegs. „In der Straße Spiek gibt es nur einen Bürgersteig. Dort parken Autos regelmäßig den Fußweg zu“, so die Rentnerin. Immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Fußgängern und Radfahrer komme es am Beginn der Emsbrücke. Zum einen fahren die Radfahrer vom Wall (Bootsanleger) kommend, einfach auf den Fußweg. Auch auf der Brücke selbst, befahren die Radler den Fußweg. Der nächste Gefahrenpunkt sei die Stelle, wo die Radler von Püntkers Patt auf den Fußweg treffen. Zudem beachteten auch nur wenige Radfahrer die dortige Ampelanlage.

Räder parken Weg zu

Irmtraut Matthies sagte mir, dass sie sich danach im weiteren Verlauf der Emsstraße über parkende Fahrräder aufregt, die mitten auf dem Fußweg stehen und diesen blockieren. Permanente Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung gebe es wenige Meter weiter an der Kreuzung Emsstraße/Windthorstplatz. Hier steht zwar eine Fußgängerampel. „Doch wenn ich von der Volksbank aus in Richtung Sparkasse gehe, kreuzen sofort die Radfahrer“, sagt die Meppenerin. Dabei handele es sich um eine reine Fußgängerampel. Doch fast alle Radfahrer fahren bei dem „grünen Männchen“ der Ampel gleich mit los, statt ihren Drahtesel zu schieben. Davon konnte ich mich selbst in kürzester Zeit leider gleich mehrfach überzeugen.

Unsicherer Fußweg

Wenige Meter später auf der Hasebrücke sei man als Fußgänger auf dem Fußweg ebenfalls nicht sicher. Weil dort Radfahrer in beide Richtungen unterwegs seien. Auch diese Erfahrung habe ich schon selbst häufig machen müssen. Nach ihrer Ansicht müsste die Polizei „Bußgelder verteilen“. Irmtraut Matthies ist zudem viel mit der Bahn unterwegs. Auch hier hat sie einen neuralgischen Punkt in Meppen ausgemacht. Dabei geht es um die Einmündung der Kolpingstraße zum Bahnhof. „Hier gibt es keinen sicheren Übergang für Fußgänger zum Bahnhof.“ Für sie steht fest: „Es fehlt in Meppen eine Fußgängerlobby.“


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