Keine Angst vor Bienen Ferienpasskinder besuchen Imkerverein Meppen

Von Heiner Harnack

Mit der Imkerpfeife näherte sich Carl Drescher den Bienen und erklärte den Kindern, dass Bienen für den Menschen völlig ungefährlich seien, solange man diese in Ruhe lasse. Foto: Heiner HarnackMit der Imkerpfeife näherte sich Carl Drescher den Bienen und erklärte den Kindern, dass Bienen für den Menschen völlig ungefährlich seien, solange man diese in Ruhe lasse. Foto: Heiner Harnack

Meppen. Für viele Menschen sind Bienen, Wespen und Hornissen nur lästige Zeitgenossen, die bei Kaffee und Kuchen stören. Teilnehmer des Ferienpasses haben jetzt gelernt, dass diese Tiere einen großen Nutzen für die Natur und die Menschen haben.

Die Imkerei liegt ein wenig versteckt am Kossehof. 15 Kinder waren der Einladung gefolgt, Wissenswertes über die summenden, gelb-schwarzen Flieger aus der Gruppe der Hautflügler zu erfahren. Carl Drescher, Vorsitzender des Imkervereins Meppen, erklärte den jungen Gästen, dass jedes Bienenvolk nur eine Königin habe, die mit einem ganz bestimmten Duftstoff das Volk zusammenhalte.

„Sollten bei der Königin die Hormone nachlassen, wird sie einfach rausgeschmissen“, machte Drescher deutlich, dass auch in der Natur oft harte Spielregeln gelten. Übrigens sind alle Bienen Töchter dieser einen Königin und so kommen schon einmal 50.000 Schwestern zusammen. „Pro Tag schafft es die Königin, über 2000 Eier zu legen“, sagte Drescher. Es müsse sich also niemand um den Nachwuchs Sorgen machen.

Ein Volk überlebe einen Winter allerdings nicht, falls keine Königin vorhanden sein sollte. „Im Frühjahr sind die Bienen wieder unterwegs, um Pflanzen zu bestäuben und den Nektar einzusammeln“, erklärte der erfahrene Imker den Kreislauf der Natur. Bienen könnten nicht kommunizieren wie Menschen, sondern zeigten durch einen speziellen Tanz an, wo und wie weit ein Obstgarten entfernt liege.

Bienen tanzen

Erst dann rückten die Anderen aus, um sich an die Arbeit zu machen. Drescher erläuterte, dass in einem Bienenvolk sehr ökonomisch gearbeitet werde. Die Kinder wurden darauf aufmerksam gemacht, dass ohne Bienen kein Obst mehr vorhanden wäre und somit ganze Kreisläufe der Natur ins Wanken kommen könnten. „Ein Biene greift keine Menschen an und benutzt den Stachel lediglich, falls sie sich von diesem attackiert fühlt“, erzählte Carl Drescher. Deshalb sei das Schlagen nach Bienen völlig unsinnig.

Natürlich hielten Imker in erster Linie Bienenvölker, um Honig zu gewinnen. Das Wachs für die Waben produzierten die Tiere selbst und schafften sich damit quasi ihre eigene Wohnung, erfuhren die Ferienpasskinder noch mehr über das Leben der kleinen Gesellen. Nach reichlich theoretischem Wissen ging es dann hinaus in den Garten, wo Carl Drescher den Kindern zeigte, dass man mit großer Vorsicht und viel Geschick in einen Bienenstock mit seinen tausenden Bewohnern hinein schauen kann, ohne gestochen zu werden.


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