Bienenbaum und Menschenschutz Kleine Blüten mit großer Wirkung in Meppen

Von Petra Heidemann


Meppen Mit Nahrungs- und Wasserangeboten im Garten, auf Terrassen und Balkonen kann etwas für das Überleben von Bienen geleistet werden.

Es muss dazu nicht unbedingt ein Bienenvolk im Garten gestellt, denn zur Imkerei gehört fundiertes Fachwissen. Wer dazu bereit ist, kann dies beim Meppener Imkerverein natürlich lernen. Aber auch ohne eigenes Volk kann jeder Balkon-, Terrassen- und Hobbygärtner Bienen und anderen Insekten das Überleben erleichtern. Schließlich geht es nicht nur um Wachs, Honig und Arzneigrundstoffe, sondern auch um die Arterhaltung der bestäubten Pflanzen durch Biene, Hummel und Co. sowie die Insekten als Nahrungsgrundlage unserer Singvögel und schließlich am Ende der Nahrungskette um uns selbst. Zum einen kann eine geeignete Pflanzenauswahl den Insektentisch ganzjährig decken.

Mit leuchtenden Augen präsentiert die erfahrene Imkerin Doris Kleene im Meppener Feldkamp ihren Bienenbaum. Vor sechs Jahren erwarb sie fünf Pflänzchen des duftenden Bienenbaums - Euodia hupehensis - anlässlich einer Vollversammlung des im nächsten Jahr 150-jährigen Imkervereins Meppen aus der Hand von Gärtnermeister Michael Thien. Inzwischen haben sich aus den „Zwergen“ große Schattenspender entwickelt, in deren üppigen Doldenblüten es nur so summt und brummt. Die 75-Jährige möchte ihre Begeisterung weitergeben und zur Nachahmung bewegen. Denn all die Kirsch-, Apfel-, Birnen-, Lindenblüten sind längst vorbei. Hier aber finden die Bestäuberinsekten von August bis Oktober eine lebenswichtige Nahrungsquelle für den Winter und zur Aufzucht ihrer Brut für das nächste Jahr. Ein Bienenbaum im Garten schützt zudem die menschlichen Bewohner vor ungebetenen Gästen auf dem Terrassentisch, denn die Blüten sind auch für Wespen und Verwandte weitaus verlockender als Essensdüfte. Die roten Samen stehen zudem auf dem Speiseplan der Singvögel, das Herbstlaub ist bei Regenwürmern beliebt.

Tipps geben Klaus Mann und Carl Drescher (im Vorsitz des Meppener Imkerverein am Kossehof), Hermann Hüsers (Vorsitzender Immezentrum in Haren) und Michael Thien (Produzent von Bienenbäumen in Lähden-Vinnen), bei dem Bienenbäume unterschiedlicher Größen auf Abholung oder Versand warten.

Das Nahrungsangebot ist nur ein Aspekt. Gerade bei der augenblicklichen Trockenheit bedarf es des Wasserangebots. Vogeltränke kennt man. Aber auch Insekten haben Durst. Hier hilft eine Schale mit Kies, Erde, Holzstückchen oder Holzwolle, gut bewässert, denn Teiche und Vogeltränken werden für die Nichtschwimmer in ihrer Not oft zur Falle. Hier ist weniger mehr - minimale Handhabungen, für jeden machbar, mit großer Wirkung für kleine Tiere und damit letztlich für uns alle.


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