Mann in Meppen verurteilt Geldstrafe nach Wurf mit einer kleinen Flasche

Von Heiner Harnack

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Dass ein als harmlos gemeinter Wurf mit einer kleinen Schnapsflasche teure Folgen haben kann, musste ein Mann feststellen, der wegen fahrlässiger Körperverletzung vom Amtsgericht verurteilt wurde.  Foto: Volker Hartmann/dpaDass ein als harmlos gemeinter Wurf mit einer kleinen Schnapsflasche teure Folgen haben kann, musste ein Mann feststellen, der wegen fahrlässiger Körperverletzung vom Amtsgericht verurteilt wurde. Foto: Volker Hartmann/dpa

Meppen. Dass ein als harmlos gemeinter Wurf mit einer kleinen Schnapsflasche teure Folgen haben kann, musste ein Mann feststellen, der wegen fahrlässiger Körperverletzung vom Amtsgericht verurteilt wurde.

In diesen heißen Tagen legen auch Juristen ihre schwarzen Talare ab und verhandeln Sachverhalte schon einmal in Jeans und weißem Hemd mit Krawatte.

So auch bei dem Termin, zu dem der Angeklagte aus dem mittleren Emsland ohne Anwalt erschienen war. Er konnte sich erinnern, dass während des Besuchs eines Reiterhofs von einem anderen, mit mehreren Personen besetzten, Tisch etwas angeflogen gekommen sei. Er habe noch gerufen, was das eigentlich solle und mit einer kleinen, leeren Schnapsflasche versucht, den vermeintlichen Erstwerfer am Rücken zu treffen, um ihm zu zeigen, dass er das unterlassen solle.

Dabei sei die Miniaturflasche aber am Ziel vorbei geflogen und habe eine Frau an der Stirn getroffen, wo diese eine etwa einen Zentimeter große Platzwunde erlitten habe. Das räumte der Mann ein, der sich sofort mehrfach entschuldigt hatte, was auch aktenkundig festgehalten worden war. Nach seinen Erinnerungen hatte die Geschädigte an dem Tag auch seine Entschuldigung angenommen.

Nach zwei Monaten hatte die Frau zur Überraschung des Angeklagten dann Strafantrag bei der Polizei gestellt. Der Mann erzählte Richter und Staatsanwalt, dass er eindeutig niemanden habe verletzen wollen. Selbst der Vertreter der Staatsanwaltschaft attestierte, dass die kleine Flasche unglücklich gelandet sei. Allerdings werde der Geschädigten eine Narbe an der Stirn bleiben.

Narbe bleibt

Wie sich herausstellte, hatten Personen, die an einem anderen Tisch Platz genommen hatten, die Tischdecke zerrissen, kleine Papierkugeln geformt und diese durch die Gegend geworfen. Dieses erzeugte letztendlich die Reaktion des Mannes, der nicht vorbestraft war. Der Staatsanwalt plädierte, hier nicht auf Vorsatz zu erkennen und die Fahrlässigkeit der Tat zu bewerten. Allerdings dürfe nicht einfach mit Gegenständen, die augenscheinlich Verletzungen verursachen könnten, in der Gegend herum geworfen werden, wollte er die Tat des Angeklagten doch gerügt wissen.

Das Gericht kam zu der Auffassung, dass der Angeklagte wegen fahrlässiger Körperverletzung an einer exponierten Stelle des Gesichts schuldig zu sprechen sei und verurteilte diesen zu 50 Tagessätzen à 50 Euro, was einer Gesamtsumme von 2500 Euro entspricht. Zudem habe der Mann die Kosten des Verfahrens zu zahlen.


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