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Live-Musik und Open-Air-Kino Blues&Jazz Nacht lockt Musikfreunde nach Meppen

Von Gerd Mecklenborg


Meppen. In Sachen Temperaturen hat die 26. Meppener Blues&Jazz Nacht in diesem Jahr definitiv mit dem legendären Vorbild in New Orleans mithalten können. Aber auch die Liveacts waren allesamt von feiner Qualität.

Tropisch warm ging es am Freitagabend zu, auch noch als längst die Sonne untergegangen war. Neben Jazz standen Rhythm & Blues, Zydeco oder „smoothie“ Barmusik auf dem Programm. Als Schmankerl obendrauf gab es Open-Air-Kino am Markt. Und gezeigt wurde? Na klar, die Story der Blues-Brothers.

Als die heiße Sonne am frühen Abend noch so manche Schweißperle auf der Stirn der Festivalbummler und Musiker offenbarte, stolzierte bereits die Marchingband The Happy Jazzhounds durch Meppens Hot-Blues&Jazzmeile und stimmte die Leute bestens „auf das Feuerwerk guter, ehrlicher und handgemachter Musik“, O-Ton von Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein, ein.

Wieder hatten die Organisatoren um Arnold Terborg einen übersichtlichen Zeitplan für die einzelnen Gigs erstellt, so dass die Musikfans von Set zu Set bummeln konnten, ohne dass ihnen die -meistens- Zwölftakter aus den Gehörgängen entschwanden. Wo es nur machbar war, hatten sich die Bands vor den Kneipen und Restaurants platziert, „denn drinnen ist es kaum auszuhalten“, stöhnte ein durchgeschwitzter Bluesfan.

Kernig

Und so ging es dann vom Bahnhofviertel bis hinter das Rathaus von Bühne zu Bühne. Vor dem Einkaufzentrum MEP hatten Harp Mitch und seine drei Bluescasters ihr Equipment aufgebaut, überzeugten dort mit kernigem Blues, Mitch begeisterte mit seinem unverwechselbaren Distortion-Bluesharpspiel und seine Mitmusiker wie immer mit handwerklicher Perfektion und Spielfreunde.

Dann ging es weiter zum Restaurant „Täglich“, wo die „smoothie“ Töne und der einschmeichelnde Gesang der Leadsängerin die Grundtonlage der Band Jazzabilly bildeten. Den Haupt-Open-Air-Gig lieferte auf der Jazzbühne am Windthorstplatz, wieder mit viel Gedöns und Spielfreude, dazu mit knackigem Sound, die nach eigenen Angaben „älteste Boygroup der Welt“, ab. Gemeint sind natürlich die Herren von Sixtyfive Cadillac.

Ein bisschen weiter um die Ecke hörte man von der König City Bühne herüberwehen bereits die virtuosen Akkordeonklänge aus dem edlen Instrument von Zydeco Annie, die immer wieder von ihren Samp Cats „from the deep south“ zu spieltechnischen Höchstleistungen angetrieben wurde. Hatte man den Markt überquert und die riesige aufblasbare Kinoleinwand bestaunt, ging es Richtung Rathaus, wo vor dem Restaurant Delphi Boogielicious grundehrlichen, unverfälschten Jazz als musikalische Beilage auftischten und wo einige Schritte weiter, hinter Mikes Pub, die Jungs der PeeWee Bluesgang die etwas raueren, knackigeren Töne anschlugen.

Perfekt abgeschmeckt

Perfekt abgeschmeckt wurde das bluesig jazzige Gesamtmenü in der Kneipe Up‘ n Bült vom Horst Bergmeyer Trio, im Da Vito von der Formation Seatown Seven Hot Jazz, im Havanna von Mango y Papaya, im Rockpalast von Kai Strauss und seinen Electric Blues Allstars, vorm New Jersey durch TwelveBB und im Eiscafé Toscani durch das Jan-Luley-Trio.

Den Hightones war es vorbehalten mit Bill Haleys „Rock arround the Clock“ das Open-Air-Kinospektakel um kurz nach 22 Uhr am Markt einzuläuten. Dort hatten es sich auch bereits die Initiatoren der 26. Meppener Blues&Jazz Nacht mit Popcorn und Erfrischungsgetränken bequem gemacht und zeigten sich sehr zufrieden „von einer guten Nutzung der Synergien, die auch bei den Livemusikfans anscheinend bestens ankommt“.


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