Grabähnliche Hügel als Protest Antifa errichtet in Meppen fünf nicht genehmigte Mahnmale

Von Carola Alge


Meppen. Fünf „Grabstätten“ haben in Meppen an publikumswirksamen Plätzen den Blick mancher Passanten auf sich gezogen. Es handelte sich dabei um Mahnmale der Antifaschistischen Aktion (Antifa).

Vor dem Gebäude der Meppener Tagespost, im Bereich eines Schnellimbisses in der Fußgängerzone Markt, beim Stadthaus, Eingang Kirchstraße, beim Emsbad und vor dem Kreishaus waren sie vermutlich in der Nacht zum Freitag errichtet worden.

Es wurden grabähnliche kleine Hügel aufgeschüttet und mit Grablicht sowie Blumen versehen. An einem schlichten Holzkreuz hing ein mit dem Symbol der Antifa versehener Zettel: „Europa tötet durch unterlassene Hilfeleistung! Seenotrettung ist kein Verbrechen! In Gedenken an einen der bereits 1500 ertrunkenen Menschen im Mittelmeer! (Zahlen des Jahres 2018 bis jetzt).“

Wieder entfernt

Alle fünf Mahnmale wurden inzwischen entfernt. In Meppen übernahmen dies Mitarbeiter des Baubetriebshofes. „Es handelt es sich hierbei um eine unerlaubte Sondernutzung – Paragraf 18, Abs. 1 niedersächsisches Straßengesetz (NStrG) – in Verbindung mit Paragraf 3, Abs. 1 der Satzung der Stadt Meppen über die Sondernutzung an Ortsstraßen und Ortsdurchfahrten“, erklärte Stadtpressesprecherin Petra Augustin auf Anfrage unserer Redaktion.

Ein solcher Verstoß könne grundsätzlich ein Bußgeldverfahren nach sich ziehen. In diesem Fall habe man jedoch keinen Empfänger ermittelt. „Andernfalls wäre dieser zunächst angehört worden“, so Augustin. Darüber hinaus wäre aller Wahrscheinlichkeit nach maximal ein Verwarngeld aufgrund eines erstmaligen Verstoßes und kein Bußgeld verhängt worden.


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