„Ich habe schon viel gelernt.“ Kevin Brosowski nutzt „Junges Wohnen“ in Meppen

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Im Gespräch erläutern Kevin Brosowski (links) und sein Betreuer Rolf Abel Alltagsprobleme. Foto: Hermann-Josef MammesIm Gespräch erläutern Kevin Brosowski (links) und sein Betreuer Rolf Abel Alltagsprobleme. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Der Meppener Kevin Brosowski ist ein junger Mann, der eine klare Meinung hat und diese auch ohne Umschweife sagt. Der 23-Jährige nutzt das neue Angebot „Junges Wohnen“ bei Vitus in Meppen. So lebt er mit fünf weiteren jungen Erwachsenen in einer Wohngemeinschaft in einem Doppelhaus in der Neelandstraße 58 und 60.

Dabei werden sie von vier pädagogischen Fachkräften unterstützt. „Das primäre Ziel ist es, dass unsere Kunden einmal ganz ohne Betreuung leben können“, sagt Sozialpädagoge Rolf Abel. Das Angebot richtet sich an junge Menschen zwischen 18 bis 30 Jahren, die „sozial-emotional herausfordernd“ sind. Ihr bisheriges Leben war oft geprägt von instabilen Verhältnissen. Hier leben sie mit allen Pflichten und Rechten in einer Wohngemeinschaft. „Wir wollen unseren Kunden verbindliche Strukturen geben und ihnen mittelfristig ermöglichen, selbstständig zu leben“, so Sozialpädagoge Abel.

Dauer von zwei Jahren

Die ersten Bewohner zogen im Oktober vergangenen Jahres ein. Kevin Brosowski verbrachte die Weihnachtsfeiertage noch bei seiner Familie und nutzt jetzt seit Januar das Wohnangebot. In der Regel leben die Kunden zwei Jahre im „Jungen Wohnen“, im Ausnahmefall können es drei Jahre werden. Neben den Gemeinschaftsräumen wie Badezimmer, Toilette, Küche und Wohnzimmer kann sich jeder Bewohner in sein eigenes Zimmer zurückziehen. „Hier steht meine Playstation 4“, sagt der 23-Jährige. Die Spielkonsole ist ihm besonders wichtig.

Schritt nicht bereut

Auch wenn er offen sagt, dass er sich nicht mit allen fünf Mitbewohner gleich gut versteht, hat er den Schritt nicht bereut: „Es ist ok hier. Ich habe schon viel gelernt.“ „Sie sollen lernen, auch sozialverträglich miteinander umzugehen“, sagt der Sozialpädagoge. Hierzu gehört auch, dass sie sich bestimmte Räume wie das Badezimmer teilen müssen oder gemeinsam kochen. „Putzen kann ich“, fügt der 23-Jährige hinzu. Seine eigenen vier Wände halte er in Schuss. Früher habe er die „Klamotten einfach auf den Boden geworfen“. Heute komme die dreckige Wäsche in die Wäschetrommel und werde von ihm selbst gewaschen und falls nötig anschließend gebügelt. Außerdem kocht Kevin auch gerne. „Probleme bereitet ihm aber das Umsetzen komplizierter Rezepttexte“, so Abel.

Gärtnerische Fähigkeiten

Im Rahmen seiner bisherigen schulischen und beruflichen Laufbahn bei Vitus erwarb der junge Mann zudem gärtnerische Fähigkeiten. „Das mit unserem Blumenbeet am Haus macht Kevin richtig gut“, bescheinigt Abel.

Die Finanzierung des Projektes „ambulantes Wohnen“ erfolgt über die Grundsicherung und Eingliederungshilfe“. Hierüber bekommt der 23-jährige Nichtraucher sein wöchentliches Taschengeld. Tagsüber arbeitet der Meppener in der Außenstelle Tecpark der Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Zu seinen Aufgaben zählt das Verpacken von Bohrern und anderen Gegenständen.

Mehrere Hilfestellungen

In der Freizeit werden die sechs Bewohner von Sozialpädagogen, Heilerziehungspfleger oder Psychologen je nach Bedarf begleitet. „Ein Mitarbeiter schläft auch immer dort“, sagt Abel. Zudem würden sie die jungen Erwachsenen bei Arztbesuchen und Behördengängen begleiten.

Ambulanter Dienst

Nach zwei Jahren sollen die Kunden selbst entscheiden, ob sie alleine wohnen wollen. Kevin Borowoski hofft, dass er den Schritt in die Selbstständigkeit schafft. Dabei kann er sich durchaus vorstellen, weiter den ambulanten Dienst von Vitus in Anspruch zu nehmen. Selbst seine Betreuerin hat er schon ausgeguckt: „Monique, die will ich auf jeden Fall behalten.“ Dabei weiß Pädagoge Rolf Abel, dass es gar nicht so leicht ist, in Meppen eine Sozialwohnung zu finden. Aber auch bei diesem wichtigen Schritt in die Selbstständigkeit würde Kevin auf seine Hilfe setzen können.


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