Auktion in der Grafschaft Bester Bentheimer Bock 2018 kommt aus Werpeloh

Von Tobias Böckermann


Uelsen. Die Eliteauktion für Bentheimer Landschafe in Uelsen hat in diesem Jahr keine neuen Spitzenpreise gesehen. Spitzentiere gab es dagegen einige – unter anderem wieder von Familie Steenken aus dem emsländischen Werpeloh.

Ihr drei Mal mit der Note 8 bewerteter Jährlingsbock wurde zum Sieger des gesamten Teilnehmerfeldes gekürt. Wolle, Bemuskelung und äußere Erscheinung erhielten jeweils die zweithöchste Note, die die drei Preisrichter im Bewertungsring zu vergeben hatten. Insgesamt bot Steenkens Bentheimer Bock das beste Bild in einem Feld von 63 aufgetriebenen Tieren dieser in der Grafschaft und im Emsland verbreiteten Landschafrasse.

Züchter und Käufer aus fast allen Bundesländern kommen seit 24 Jahren in die Grafschaft Bentheim, um hier ihre Böcke auf Zuchttauglichkeit prüfen, also kören zu lassen. Nur wenn alles passt, die Fesseln nicht durchtrittig sind, die Zähne keinen Überbiss aufweisen oder die Wolle keine schwarzen Haare enthält, wo sie nicht hingehören, dann kommen die Böcke in die Wertungsklasse 1. Von 63 aufgetriebenen Tieren unterschiedlichen Alters gelang das gut 45, einige wurden auch mit etwas schlechteren Noten in die Klassen 2 oder drei oder gar nicht gekört.

„Ein einzelner Bock kann im Laufe seines Lebens bis zu 2000 Lämmer produzieren“, berichtete Klaus Gerdes, der als Zuchtleiter bei der Landwirtschaftskammer Weser-Ems auch die Veranstaltung leitete. Deshalb sei die Auswahl der Böcke für die Schafhalter besonders wichtig, wenn es um gute, verkaufsfähige Lämmer und den Erhalt der Rasse mit den angestrebten Zuchtstandards gehe. Die Bestandsentwicklung beim Bentheimer Landschaf, das hauptsächlich in der Landschaftspflege eingesetzt wird, sei erfreulich, berichtete Gerdes.

Preise gesunken

Der stellvertretende Vorsitzende des Landesschafzuchtverbandes Weser-Ems, Ludwig Schmitz aus dem emsländischen Werpeloh, gehörte zur Körkommission und leitete auch die Prämierung. Seit zehn Jahren findet neben der Auktion, auch der Grafschafter Haus- und Nutztiertag statt. Einige Politiker wie der Landesfinanzminister Reinhold Hilbers (CDU), die Bundestagsabgeordnete Daniela de Ridder (SPD), sowie Landrat Friedrich Kethorn (Grafschaft) und der emsländische Kreisdezernent Marc-André Burgdorf waren deshalb zum wiederholten Male in Uelsen dabei.

Das Thema Wolf und Schafe spielte ebenso eine Rolle wie die von den Schäfern geforderte, aber derzeit von der Landesregierung nicht vorgesehene Weidetierprämie.

Hauptsächlich aber drehte sich alles um die schönsten Bentheimer, sowie Schwarz- und Weißkopfschafe. Am Ende stellte Geord Steenken mit seinem Jährlingsbock „Mister Uelsen“, also den besten Bock aller Klassen. Bei der abschließenden Versteigerung erzielte er 650 Euro und damit nicht den Höchstpreis. Den erzielte der Jährlingsbock von Arnold und Bernfried Dobben aus Quendorf mit 1200 Euro.

Der Durchschnittspreis bei den Jährlingsböcken (12 bis 23 Monate) lag bei 426 Euro (Vorjahr 511 Euro, 2016: 536), bei den Lammböcken bei 481 (2017: 580, 2016: 436). „Wir haben fünf Bentheimer Böcke mehr verkauft als im Vorjahr“, sagte Klaus Gerdes.


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