„Ehrlich, aufrichtig, freundlich“ Thema der Woche über das St.-Vitus-Werk Meppen startet

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Die prächtige Torte zum 50-jährigen Jubiläum des St.-Vitus-Werkes präsentieren stolz (von links) Dieter Schultejans, Gerhard Knoll, Pater Rudolph Bleischwitz und Vitus-Sprecherin Anke Stevens. Foto: Hermann-Josef MammesDie prächtige Torte zum 50-jährigen Jubiläum des St.-Vitus-Werkes präsentieren stolz (von links) Dieter Schultejans, Gerhard Knoll, Pater Rudolph Bleischwitz und Vitus-Sprecherin Anke Stevens. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen Ärzte, Lehrer, Priester und Eltern legten vor 50 Jahren in Twist mit der Beschützenden Werkstatt den Grundstein für das heutige St.-Vitus-Werk mit seinen vielen Einrichtungen im mittleren Emsland.

Buchstäblich aus dem Nichts schufen die Pioniere damals Arbeitsplätze für junge Menschen mit Behinderungen und eröffneten ihnen damit erstmals die Perspektive auf einen Sinn stiftenden Alltag. Heute arbeiten bei der Einrichtung über 600 Menschen mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen.

Pater Rudolph Bleischwitz und Dieter Schultejans (beide Ehrenmitglieder des Vereins pro Vitus) sowie Gerhard Knoll, Vorsitzender der Vitus Trägerstiftung, blicken in einem Gespräch mit unserer Redaktion zurück.

„Früher wurden behinderte Menschen oft aus Scham gar nicht in der Öffentlichkeit gezeigt.“ Viele wurden zu den großen Behinderteneinrichtungen nach Nordrhein-Westfalen geschickt. Insofern sagte Gerhard Knoll rückblickend: „Die Männer und Frauen der ersten Stunde wie Agnes Mäsker, Hubert Mijalski, Bernhard Brinkmann und Maria Schäpker haben bahnbrechendes geleistet.“

Dieter Schultejans arbeitete damals beim Landkreis Emsland und betreute im Ehrenamt behinderte Menschen: „Ich habe Familien besucht, wo die Eltern ihre Kinder teilweise eingesperrt hatten.“

Man habe die Eltern erst einmal überhaupt davon überzeugen müssen, dass die Kinder es in der Einrichtung besser haben. Heute werde den Menschen mit Behinderung dank der vielen pädagogischen, schulischen und beruflichen Möglichkeiten eine Teilhabe ermöglicht.

In den Folgejahren entstanden die ersten Wohnheime überwiegend für behinderte Erwachsene. Später folgten Einrichtungen auch für behinderte Senioren. Knoll, Schultejans und Bleischwitz sind froh, dass den Angehörigen im Laufe der Jahre immer mehr die „Ängste genommen wurden“. In diesem Zusammenhang lobt Pater Bleischwitz die „Arbeit der heute über 700 hoch qualifizierten Beschäftigten Mitarbeiter.

Dankbar sind alle drei für die vielen Begegnungen mit den Menschen mit Handicap. Dazu Knoll: „Anfangs hatte ich auch einige Hemmschwellen.“ Heute sagen er sowie Schultejans und Bleischwitz: „Man bekommt sehr viel zurück.“ Schultejans wörtlich: „Es sind sehr viele ehrliche, aufrichtige und überaus freundliche Menschen.“ Die große Herzlichkeit sei geradezu ansteckend.


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