Veranstaltung am 19. September im Theater Meppen Es knallt wieder beim 2. Emsland Hate Slam

Von Katharina Ritzer

Bitterböse, aber auch lustig sind die Leserbriefe, die Redakteure dieser Zeitung beim Hate Slam vorlesen. Am 19. September findet der 2. Emsland Hate Slam statt, diesmal im Stadttheater Meppen. Foto: Archiv Michael GründelBitterböse, aber auch lustig sind die Leserbriefe, die Redakteure dieser Zeitung beim Hate Slam vorlesen. Am 19. September findet der 2. Emsland Hate Slam statt, diesmal im Stadttheater Meppen. Foto: Archiv Michael Gründel

Meppen. Nicht alles, was Leser an die Zeitung schreiben, ist druckfähig. Im Papierkorb landen die bösen und beleidigenden Leserbriefe, die unsere Redaktion erhält, aber nicht - sie werden zu einem Bühnenprogramm: Beim Hate Slam lesen Redakteure die Hasspost vor Publikum vor. Der 2. Emsland Hate Slam findet dieses Jahr in Meppen statt, am 19. September im dortigen Theater.

"Schmierenblatt!" - "Wer keine Ahnung hat, sollte besser nichts sagen." - "Du mieser kleiner Spitzel!" - Das sind ein paar Kostproben aus dem Hate-Slam-Programm, das am 19. September im Theater Meppen zu erleben ist. Sechs Redakteure der Meppenen und Lingener Tagespost sowie der Ems-Zeitung werden auf der Bühne vortragen, was ihnen Leser voller Wut geschrieben haben - unzensiert, aber anonymisiert.

Fünfter Hate Slam der NOZ Medien

Der Abend in Meppen ist bereits der fünfte dieser Art, den die NOZ Medien und ihre Regionalausgaben veranstalten. Aber was bedeutet eigentlich das "Slam" in Poetry Slam oder auch Hate Slam? Übersetzen lässt es sich mit "Zuschlagen" oder auch mit "Knall". Und knallen wird es an diesem Abend, denn manche Menschen haben einen echten Knall. Und wenn diese Menschen dann auch Zeitungsleser sind und unzufrieden mit Kommentaren oder anderen Texten, dann schreiben sie. Per Mail, auf der Homepage der Zeitung oder bei Facebook. Voller Wut, ja voller Hass, manchmal wirr, manchmal schlicht beleidigend. 

Leserbriefschreiber werden nicht bloßgestellt

Leserbriefe haben in der Zeitung einen festen Platz, auch und gerade die kritischen. Journalisten ist die Meinung ihrer Leser wichtig. Aber wenn die Kritik nicht mehr konstruktiv, sondern nur unflätig ist, gibt es keine Gesprächsbasis mehr. Auseinandersetzen kann man sich damit aber dennoch - eben auf humorige Art beim Hate Slam. Ums Bloßstellen dieser Leserbriefschreiber geht es aber nicht: Die Hasspost, die kuriosen Kündigungsschreiben und die seltsamen Diskussionen bei Facebook werden anonymisiert vorgetragen.

Redakteure tragen auch eigene Fehler vor

Den Zuhörern bleibt ob der Unverschämtheiten, Beleidigungen und Drohungen oft das Lachen im Halse stecken. Unterhaltsam ist ein solcher Abend aber dennoch - was auch daran liegt, dass die Redakteure sich selbst ebenfalls auf die Schippe nehmen. Denn selbst wer beruflich mit Sprache zu tun hat, liegt manchmal daneben. Solche Stilblüten und Verschreiber haben im Programm des Emsland Hate Slams ebenfalls ihren festen Platz. (Weiterlesen: So war der 1. Emsland Hate Slam in Lingen)

Vorbild Poetry Slam

Vorbild für den Hate Slam sind übrigens Poetry Slams. Bei diesem Dichterwettstreit treten Autoren mit ihren eigenen Texten gegeneinander an, das Publikum entscheidet per Applaus, welcher Text am besten gefällt. Einen Wettbewerb wird es am 19. September im Theater Meppen zwar nicht geben Abend nicht, Slam-Atmosphäre aber wohl: Neben den Redakteuren wird ein Überraschungsgast auf der Bühne stehen.


Vorverkauf für den 2. Emsland Hate Slam

Der 2. Emsland Hate Slam findet am 19. September im Theater Meppen (Theaterplatz 1, Meppen) statt; Beginn ist um 20 Uhr. Karten dafür sind ab sofort erhältlich - in den Geschäftsstellen der Meppener und Lingener Tagespost sowie der Ems-Zeitung, beim Theater Meppen sowie online unter www.deinticket.de. Die Tickets kosten 6 Euro im Vorverkauf, 8 Euro an der Abendkasse. Mit gültigem Studentenausweis oder mit der EL-Card gibt es jeweils 1 Euro Ermäßigung

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN