Hautkrebszahlen steigen Hitze im Emsland: Gefahren von Herzinfarkt bis Hautkrebs

Von Malte Goltsche

Regelmäßiger Sonnenschutz ist wichtig, um keinen Sonnebrand zu erleiden, der zu Hautkrebs führen kann. Foto: dpaRegelmäßiger Sonnenschutz ist wichtig, um keinen Sonnebrand zu erleiden, der zu Hautkrebs führen kann. Foto: dpa

Meppen. Die Hitzewelle in dieser Woche mit Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius macht Menschen und Tieren zu schaffen. Internist Dr. Heinrich Hoetz vom Meppener Ludmillenstift hat alle Hände voll zu tun. Er warnt vor den gesundheitlichen Gefahren des Sommers. Auch für die Haut kann die Sommersonne zum Problem werden.

Hoetz ist der Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin und Kardiologie am Ludmillenstift und bestätigt die Gefahr durch die enorme Hitze. Sie äußert sich für ihn vor allem darin, dass er deutlich mehr zu tun hat als in anderen Sommern. „Normalerweise haben auch Krankenhäuser so etwas wie ein Sommerloch. Da haben wir natürlich deutlich weniger Atemwegserkrankungen oder Patienten mit Bronchitis. In diesem Sommer haben wir extrem viele Herzinfarktpatienten“, sagt der Chefarzt der Inneren Medizin. Das Herzinfarktrisiko steige durch die Hitze, allerdings nicht nur für Senioren, sondern auch für jüngere Leute, bestätigt Hoetz. Wilhelm Wolken, Verwaltungsdirektor des Krankenhauses, bestätigt den Eindruck von Hoetz. Der Sommer ist arbeitsreicher als sonst: „Wir haben in unserer Statistik zehn Prozent mehr Herzinfarktpatienten in diesem Sommer. Das führen wir auch hauptsächlich auf die Hitze zurück“, sagt er.

Auf Durstgefühl achten

Auch die Gefahr der Dehydrierung steigt durch das warme Wetter. Kinder vergessen manchmal, etwas zu trinken, älteren Menschen fehlt oft das entsprechende Durstgefühl. Der Mediziner rät: „Man muss da in sich reinhören: Habe ich Durst? Wann habe ich zuletzt etwas getrunken?“ Das Landesgesundheitsamt Niedersachsen weist auf seiner Homepage darauf hin, dass ein besonderes Risiko für Säuglinge, kleine Kinder, Personen mit einer psychischen oder chronischen Erkrankung, für ältere Menschen und für solche mit Herzkrankheiten oder Bluthochdruck besteht. Außerdem rät die Behörde, alkoholfreie und möglichst zuckerfreie Getränke zu konsumieren. Bei langer Sonneneinstrahlung sei zudem auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten.

Vom Sonnenbrand zum Hautkrebs

Reicht der Sonnenschutz nicht aus, kann es zum Sonnenbrand kommen. Sonnenbrand ist ein Auslöser von Hautkrebs, wird aber offenbar noch immer nicht richtig als Gefahr erkannt. „Die Hautkrebsraten steigen europaweit“, teilt der Bundesverband deutscher Dermatologen (BVDD) mit. Unterschieden wird zwischen dem hellen und dem deutlich gefährlicheren schwarzen Hautkrebs, der auch malignes Melanom genannt wird. Der helle Hautkrebs ist laut Deutscher Krebsgesellschaft sogar die häufigste Form von Krebs. Die Ursache dafür liegt in der zu hohen Sonneneinstrahlung, oftmals schon im Kindesalter. Diese könnten „später zu einem malignen Melanom – der gefährlichsten Form des Hautkrebses – entarten“, schreibt der Verband. Der BVDD rät dazu, die Mittagssonne zwischen 11 und 14 Uhr zu meiden und die hohe UV-Belastung am Wasser, an hellen Stränden und im Gebirge zu beachten. Zudem sei auf sommersichere Kleidung und das regelmäßige Auftragen von Sonnencreme zu achten. Außerdem sei die UV-Belastung an Schattenplätzen oft deutlich reduziert, was die Sonnenbrandgefahr deutlich verringert.

Kinder schützen

Vor allem für Kinder sind diese Ratschläge wichtig. „Deren Haut ist besonders gefährdet, da sie um ein Vielfaches dünner ist als die Haut von Erwachsenen“, berichtet der Verband. Somit sei der körpereigene UV-Schutz deutlich schwächer als bei Erwachsenen. Der BVDD betont noch einmal, dass es wichtig sei, die richtige Vorsorge zu treffen. „Wird ein Sonnenbrand sichtbar, ist es längst zu spät, die Haut ist dann bereits erheblich geschädigt.“


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