Mitgefangenen geschlagen 60 Euro Geldstrafe nach Körperverletzung in JVA Geeste

Von Gerd Albers

Zu einer Geldstrafe verurteilte das Amtsgericht Meppen den Angeklagten nach der Körperverletzung. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaZu einer Geldstrafe verurteilte das Amtsgericht Meppen den Angeklagten nach der Körperverletzung. Symbolfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Meppen. Das Amtsgericht Meppen hat einen 29-jährigen Strafgefangenen wegen einfacher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 60 Euro verurteilt.

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lingen, Außenstelle Geeste, schlug der junge Mann zu Beginn des Jahres so heftig auf einen anderen Mitgefangenen ein, dass dieser über einen längeren Zeitraum Schmerzen hatte. Ein Bediensteter der JVA trennte die beiden. Es wurde ein Strafverfahren gegen den Mann eingeleitet.

Tat nicht bestritten

Der Angeklagte bestritt die Tat nicht. Er wurde aus der JVA in Handfesseln vorgeführt, die er auch auf Anordnung des Strafrichters während der Verhandlung zu tragen hatte.

Vor dem Strafrichter führte er aus, dass er von dem Geschädigten über mehrere Monate erheblich provoziert worden sei. Im Rahmen dessen sei es in der Vergangenheit auch schon zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit dem Mitgefangenen gekommen. Die Anzeige gegen diesen wurde seinerzeit jedoch eingestellt.

Provokationen

Die Provokationen gingen danach weiter, und die Wut habe sich bei ihm derart angestaut, dass er am Tattag auf ihn eingedroschen habe. Ihm sei es danach besser gegangen, und er habe eine deutliche emotionale Entlastung gespürt. Er gestehe diese Tat ein und bereue sie mittlerweile.

Die Höhe des Strafbefehls von 600 Euro sei zu hoch, da er noch bis 2021 in Strafhaft sitzen werde und nicht über diese finanziellen Mittel verfüge.

Der Staatsanwalt kam nach der Würdigung der Gesamtumstände und insbesondere wegen der ständigen Provokationen durch den Mitgefangenen zu der Überzeugung, dass die Höhe des Strafbefehls auf 80 Euro reduzieret werden könnte. Dem schloss sich die Verteidigung an.

Der Richter kam dem Angeklagten noch etwas entgegen und setzte eine Geldstrafe von 60 Euro fest. Er wies ihn darauf hin, dass er, wenn er sich nochmals so gehen lasse, vermutlich mit einer Verlängerung seiner Haft zu rechnen habe.


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