Jetzt in der Industriestraße Freundeskreis Emsland schließt altes Domizil in Meppen

Von Heinrich Schepers


Meppen. Seit 1978 gibt es den Freundeskreis Emsland e.V., der auf ehrenamtlicher Basis Hilfe für Suchtkranke anbietet. Hierfür hat der Verein in der Industriestraße 1a in Meppen ein Domizil unterhalten. Nun hat sich der Freundeskreis schweren Herzens dazu entschlossen, das Gebäude aufzugeben.

Auf eine bewegte Zeit im Meppener Domizil des Freundeskreises Emsland können Herbert Hakenholt, Josef Knuck und Alfred Hinrichs vom Vorstand des Vereins zurückblicken. Das 1912 erbaute Gebäude an der Industriestraße 1a im Meppener Stadtteil Nödike steht seit einigen Wochen leer. Fast 20 Jahren war der Verein hier ansässig. Das Gebäude hatte die Stadt Meppen mietfrei zur Verfügung gestellt.

Gruppengespräche und Seminare

In den Räumen fanden unzählige Gruppengespräche und Seminare statt. Viele Menschen wurden dort auf ihrem Weg in ein suchtfreies Leben unterstützt. „Wir haben hier Gutes erlebt und manchmal auch traurige Schicksale mitbekommen“, sagt Herbert Hakenholt, Vorsitzender des Freundeskreises Emsland. Das Gebäude war in den vergangenen Jahren eine wichtige Anlaufstelle für Betroffene. Doch die Nebenkosten, die stetig anstiegen, waren für den Verein kaum noch finanzierbar. „Wir hätten die baufälligen Räume zudem in Eigenleistung renovieren müssen“, sagt Hakenholt. „Das wäre mit hohen Kosten verbunden gewesen“, so der Vereinsvorsitzende weiter. Der Freundeskreis habe sich dann dazu entschlossen, sich von dem Gebäude zu trennen, „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, wie die drei Vorstandsmitglieder berichten.

Chance für Neuanfang

Sie begreifen das Ende des Domizils als Chance für einen Neuanfang. „Wir haben vor einiger Zeit alternative Räumlichkeiten gefunden, in denen der Freundeskreis seiner Arbeit nachgehen kann. Deshalb blicken wir optimistisch nach vorne“, so Vereinsschatzmeister Josef Knuck. Die Gruppengespräche, die der Freundeskreis für suchtkranke Menschen anbietet, sowie die Seminare finden nun in den Gemeindehäusern der evangelischen Gustav-Adolf-Kirchengemeinde Meppen und der Johannis-Kirchengemeinde Haren statt. „Wir sind dankbar, dass wir die Räume nutzen dürfen“, sagt Hakenholt.

Ehrenamtliche Arbeit

Ihre ehrenamtliche Arbeit machen die drei Vorstandsmitglieder gerne, auch wenn sie dafür viel Zeit investieren müssen. Suchtkranke seien in der Regel nach der Entgiftung sehr gut in den Gruppen des Vereins aufgehoben. „Die Rückfallquote sinkt nachweislich, wenn sich die Betroffenen regelmäßig in Gruppen austauschen und über das Erlebte und ihre derzeitige Situation sprechen. Das können wir aus unserer Erfahrung heraus bestätigen“, erzählt Hinrichs. Menschen mit einer Suchterkrankung werden beim Freundeskreis von ehemals Betroffenen beraten und unterstützt. „Wir können uns in die Situation hineinversetzen und sprechen auf Augenhöhe. Das schafft Vertrauen“, erklärt Hakenholt. Besuche bei Suchtkranken zu Hause oder in der Klinik gehören ebenfalls zu den Aufgaben.

Mitarbeiter werden geschult

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter werden für die Leitung der Gruppen sowie für die Beratung entsprechend geschult. Eine weitere Aufgabe des Vereins ist der sogenannte Erstkontakt, bei dem sich suchtkranke Personen oder deren Angehörige an den Freundeskreis wenden und um Hilfe bitten. „Wir zeigen dann Wege aus der Sucht auf“, so Hakenholt. Dabei arbeitet der Freundeskreis eng mit anderen Abstinenzverbänden und Selbsthilfeorganisationen zusammen.

Gute Kontakte

Gute Kontakte zu Fachkrankenhäusern, Ärzten, Behörden und den freien Trägern der Suchtkrankenhilfe werden genutzt, um Betroffenen Lösungswege aus ihrem Problem aufzuzeigen. Zur Zielgruppe des Vereins gehören alle Menschen die von einer Sucht betroffen sind. Dazu zählen Alkohol- oder Medikamentensucht ebenso wie die Abhängigkeit von illegalen Drogen oder nichtstoffliche Süchte, wie beispielsweise die Spielsucht. „Wichtig ist uns auch die Beratung der Angehörigen von Menschen mit einer Suchterkrankung“, so Knuck. Auch diese seien in den Gesprächsgruppen willkommen. Der Freundeskreis Emsland e.V. ist unter der Telefonnummer 059 32/3790 zu erreichen.


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