Kläranlage Meppen besucht Jeden Tag kommen fünf Millionen Liter Wasser in der Schützenstraße an

Von Heiner Harnack

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Meppen. Jeden Tag drehen Menschen unzählige Male die Wasserhähne auf oder betätigen die Toilettenspülung. Wo aber fließen die großen Wassermengen hin und wer kümmert sich um diese? Ferienpass-Kinder erfuhren das beim Besuch der Kläranlage in der Schützenstraße in Meppen.

Eine Geruchsbelästigung ist kaum wahrzunehmen, wenn man das Gelände am Ende der Straße betritt. Städtischer Mitarbeiter Thorsten Speet, der die kleine Gruppe über das Gelände begleitete, merkte auch sofort an, dass die Mitarbeiter die doch hin und wieder auftretenden Gerüche gar nicht mehr wahrnehmen würden. Die Kläranlage umfasse das eigentliche Stadtgebiet mit den umliegenden Stadtteilen Hemsen, Hüntel, Borken, Apeldorn, Bokeloh, Teglingen, Schwefingen und Helte, machte Speet darauf aufmerksam, dass die anfallenden Abwässer natürlich auch eine hohe Druckleistung benötigen würden, bis die großen Mengen in der Schützenstraße angekommen seien.

Fünf Millionen Liter Wasser täglich

„Jeden Tag erreichen uns hier fünf Millionen Liter Wasser“, nannte Speet eine erstaunliche Zahl. Das macht pro Meppener Einwohner eigentlich knapp 139 Liter aus, welche dieser täglich durch die Leitungen spült. Natürlich stimmt die Rechnung so nicht, da Betriebe und Behörden ebenso Abwässer wegspülen müssen. Erstaunlich auch die Kilometerzahl der Leitungen, welche die Abwässer durch Meppen transportieren müssen. Knapp 270 Kilometer werden mit 54 Pumpanlagen bewältigt.

Mechanische Reinigung

Natürlich laufe das Wasser nicht nur einfach in irgendein Becken, erklärte Thorsten Speet den großen Aufwand. In einer mechanischen Reinigung würden alle Stoffe herausgeholt, die unachtsame Zeitgenossen meistens einfach durch die Toilette wegspülten, erzählte der Abwasserfachmann. Dazu gehörten Binden, Stofftücher, natürlich auch Toilettenpapier sowie Taschentücher, die sich nur sehr schlecht zersetzten. „So sammeln wir jede Woche fünf Tonnen Müll, die nicht aufgearbeitet werden können“, rechnete Speet auch hier eine erstaunliche Zahl vor. Weiter geht es zur biologischen Reinigung, wo Bakterien helfen, Kohlenstoff abzubauen.

Mikroorganismen

In Stufe drei helfen einige Millionen Mikroorganismen, wenn man so will, die größte Zahl von Mitarbeitern der Stadt Meppen, am Ende wieder klares Wasser entstehen zu lassen. Dieses sei zwar kein Trinkwasser, meinte Speet, aber es könne ohne Bedenken über die Radde in die Ems geleitet werden. Natürlich stellten die Kinder die logische Frage, wo denn der restliche Schlamm bliebe. „Über große Pumpen landet der auf der Verderdungsanlage in der Nähe des Schlagbrückener Wegs“, machte der Fremdenführer deutlich, dass auch hier weitere Rohre benötigt würden, um am Ende des Prozesses quasi Mutterboden zu erhalten. Zum Schluss der Führung durften die Kinder auch noch das Labor und die Computeranlage bestaunen, um festzustellen, dass auch im Klärwerk Hightech längst Einzug gehalten hat.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN