Viele Kommunen als Kunden Freiraumplaner aus Meppen mit guter Auftragslage

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Im gemeinsamen Büro in Meppen-Rühle arbeiten „Die Grünplaner“ Stefan Temmen, Lena Thien und Silke Willems (rechts) Foto: Stefan Schöning FotodesignIm gemeinsamen Büro in Meppen-Rühle arbeiten „Die Grünplaner“ Stefan Temmen, Lena Thien und Silke Willems (rechts) Foto: Stefan Schöning Fotodesign

Meppen. Die Serie „Redaktion vor Ort“ hat mich jetzt zu Freiraumplanern in Meppen geführt. In Meppen oder genauer gesagt Rühle, sitzt das fünfköpfige Team „Die Grünplaner“ um ihren Chef Udo Hollemann.

Bis auf die Kauffrau Heidi Höltershinken haben alle vier ein Studium absolviert. Bei Udo Hollemann und Silke Willems hieß es noch Landschaftsarchitektur. Die beiden jüngeren Kollegen Stefan Temmen und Lena Thien sind Freiraumplaner. Eines haben sie alle vier gemeinsam: „Wir haben alle in Osnabrück studiert.“

Hollemann ist seit fast 25 Jahren selbstständig. „Anfangs habe ich es genossen, Zuhause arbeiten zu können.“ So konnte er sich auch um die Kinder kümmern. Vor 21 Jahren erfolgte der Umzug an den jetzigen Standort „Am Emsufer 15a“ in Rühle. Bis 2014 saßen wir sehr beengt in einem Raum unterm Dach“, erinnert sich Silke Willems. 2014 erfolgte der Anbau mit seiner Holzfassade. „Luft und Licht waren dabei sehr wichtig“, sagt Hollemann. Während er in seiner „Höhle“ weiterhin im Obergeschoss arbeitet, genießen die Beschäftigten den gläsernen Anbau mit Blick ins Grüne. „Wir profitieren im Großraumbüro vom ständigen Austausch“, sagt Silke Willems.

Die Verbindung zur Universität Osnabrück ist immer noch sehr eng. „Wir haben oft Studenten, die hier ihr viermonatiges Praktikum in Rühle absolvieren.“ Zurzeit arbeitet Gesa van Rhaden aus Rhauderfehn im Team mit. Eine weitere Werksstudentin wird im Rahmen ihrer Masterarbeit bald hinzustoßen. Die Teamarbeit und der Spaß an der Arbeit sind für Hollemann sehr wichtige Kriterien. Zugleich gilt das Motto: „Wir wollen uns permanent weiter entwickeln.“

Dabei verraten die beiden mir auch, dass „die Auftragslage sehr gut ist“. Das Einzugsgebiet reicht von Wangerooge bis Düsseldorf. Waren es anfangs durchaus noch häufiger private Gärten, „sind es heute zu 90 Prozent öffentliche Auftraggeber“. Hinzu kommen Kirchen, Krankenhäuser, Firmen und einige wenige Privatpersonen.

Beobachtungstürme für den Hümmling

Oftmals sind es Freiflächen von Schulen und Kindertagesstätten, die Hollemann und seine Mitarbeiter beplanen. Jeder betreut sein eigenes Projekt. Ein weiteres großes Aufgabenfeld ist die Dorferneuerung. Das Team kenne sich mit den komplizierten Anträgen der unterschiedlichen öffentlichen Förderprogramme wie LEADER sehr gut aus.

Aber auch der Kunstrasenplatz in Lathen wird von Rühle aus beplant. Wie vielfältig und abwechslungsreich die Aufgabenstellungen sein können, zeigt ein Auftrag für den Naturpark Hümmling. „Wir entwerfen hierfür mehrere Vogelbeobachtungstürme“, sagt Holemann.

Lokale Projekte

Zu den Kunden gehören weiter die Krankenhäuser in Meppen und Haselünne oder die Firma Rosen in Lingen. „Die Kollegin Lena Thien baut jetzt den Therapiegarten in Haselünne. Hierüber hat sie vorab ihre Bachelor-Arbeit geschrieben“, berichtet mir Hollemann. Ich selbst bin von der enormen Vielfalt der kleinen Firma überrascht. Bestimmte Kommunen, wie die Stadt Kaarst in Nordrhein-Westfalen, bedient sich inzwischen bei allen Freiflächenprojekten von Schulen und Kitas der emsländischen Fachkenntnisse.

Deutscher Spielraum-Preis

Voller Stolz berichten beide mir von der Belobigung beim Deutschen Spielraum-Preis 2017. „Das war Balsam auf unsere Seele“, sagt Hollemann. Die Emsländer hatten die Auszeichnung für einen 85 Meter langen Dschungelpfad im Moskaubad in Osnabrück erhalten. Regelmäßig werden zudem einzelne Vorhaben von ihnen beim Tag der Architektur präsentiert. Hierzu gehörten in der Vergangenheit die Grünanlagen am Windhorst-Gymnasium in Meppen und an der Kita des Ludmillenstiftes. Im kommenden Jahr werde es vermutlich eine Außenfläche in Alfhausen sein. Hollemann ist froh darüber, dass die Politik inzwischen erkannt hat, dass Freiflächen für „mehr Qualität in der Erziehung“ sorgen. Während man früher Schulhöfe einfach asphaltierte, gebe man jetzt der Natur gottlob wieder mehr Freiraum. Dabei muss ich an meine Schulzeit vor rund 40 Jahren zurückdenken: Leider spielte sich meine Schulzeit damals auf komplett gepflasterten Schulhöfen ab. Freiraumplaner gab es damals eben noch nicht.


Redaktion vor Ort

Der Redaktionsleiter der Meppener Tagespost, Hermann-Josef Mammes will den Kontakt zu den Lesern und Usern weiter intensivieren. Seit Ende Juni 2018 tourt er durch das mittlere Emsland und kommt auf Wunsch direkt zu den Lesern.

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