Tennisabteilung klagt an Streit beim SV Union Meppen schwelt weiter

Von Hermann-Josef Mammes


Meppen. Die Zukunft der Tennisabteilung des SV Union Meppen ist weiter ungewiss. Der jetzige Vorstand wird nach Aussagen seines Abteilungsleiters Ernst Berentelg nach dem 30. September endgültig zurücktreten. Eine neue Führungsriege sei nicht in Sicht.

Wie wir bereits berichteten, trat das Gremium der Tennissparte nach „unüberwindbaren Differenzen mit dem Hauptvorstand des Vereins“auf der Mitgliederversammlung am 28. Mai komplett zurück. In einem Gespräch mit unserer Redaktion sagte Ernst Berentelg, dass die Abteilung „kommissarisch bis zum 30. September im Amt bleibt, damit der Spielbetrieb weitergehen kann“. Danach sei jedoch „Schluss“. (Weiterlesen: Vorstand von Union Meppen bedauert interne Querelen)

Finanzielle Streitigkeiten

Hintergrund der Querelen sind finanzielle Streitigkeiten. Berentelg rechnet vor, dass der Gesamtverein knapp 1500 Mitglieder zählt. „Alle in der Tennisabteilung sind es rund 400 Mitglieder, darunter 300 Aktive, von denen wiederum 180 Kinder sind.“ Während gerade für die Fußballer zurzeit für 4,5 Millionen Euro an der Versener Straße ein neuer Sportpark entstehe, spitze sich für die Tennissportler die Situation zu. Die Anlage „Am Stadtforst 35“ verfügt über sieben Tennisplätze. Mit den Ausweichplätzen bei Kamp könnten die notwendigen Kapazitäten für den Spiel- und Trainingsbetrieb im Sommer bislang noch vorgehalten werden.

Probleme im Winter

Bei schlechtem Wetter sowie im Herbst- und Winter trainieren die Tennissportler weitgehend auf den drei Hallenplätzen im Fitness-Studio Sportparc Emsland. Diese Plätze stünden jedoch schon bald nicht mehr zur Verfügung. So zieht der Sportparc in neue Räumlichkeiten am Höftehof um (wir berichteten). Dort werde es keine Tennisplätze mehr geben. „Wir Erwachsenen können noch zu anderen Hallen in Nachbarstädten fahren. Für viele Kinder wird es im Winter aber kein Training mehr geben“, sagt der 60-Jährige.

Dach undicht

Dabei gab es Pläne, nach dem Vorbild von Spelle eine Traglufthalle zu errichten. Die Kosten für drei Hallentennisplätze, die im Sommer zu Freiluftplätzen umgebaut werden können, bezifferte Berentelg auf 250.000 Euro. Diese Pläne hätten im Verein aber keine Förderer gefunden. Dabei gibt es noch weitere Baustellen. So sei auch das 27 Jahre alte Clubhaus in die Jahre gekommen. Es gebe bereits Leckagen im Dach.

Berentelg wies noch einmal auf die finanziellen Diskrepanzen zwischen den einzelnen sieben Sportabteilungen hin. Während zum Beispiel die Fußballer über die Mitgliedsbeiträge im Jahr 2017 exakt 25.274 Euro an den Verein zahlten, erhielten sie im Gegenzug ein Budget von 22.400 Euro. Demgegenüber zahlten die Tennissportler 19.071 Euro in die Kasse ein und erhielten lediglich 7.348 Euro als Budget zurück. Um den Spielbetrieb zu ermöglichen, müssen die Tennisspieler sogar noch im Jahr 20.000 Euro zusätzlich aufbringen. Deshalb lautet das Fazit des Abteilungsleiters: „Der einzelne Tennisspieler muss für sechs Monate den doppelten Betrag im Vergleich zu anderen Vereinsmitgliedern von Union Meppen aufbringen.“ Das sei schlichtweg unfair.

Keine Gleichmacherei

Diese Ungerechtigkeit prangere er eigentlich schon seit 18 Jahren an. So lange ist Berentelg Abteilungschef. „Dabei will ich nur eine Annäherung und keine Gleichmacherei.“ Es könne aber nicht sein, dass die Tennisabteilung weiterhin den Spielbetrieb der Fußballer subventioniere. Berentelg bedauerte, dass der Hauptvorstand alle Lösungsvorschläge ausgeschlagen habe. Dies treffe leider auch auf einen einstimmigen Beschluss aller acht Abteilungsleiter (Fußball, Tennis, Leichtathletik, Turnen, Tennis, Volleyball und Reha-Sport) vom 23. Juni 2016 des SV Union Meppen zu. Danach sollten 15 Prozent aller Beitragseinnahmen an den Hauptverein gehen und 85 Prozent bei den Abteilungen verbleiben. Diesen Vorschlag der Abteilungsleiter habe der Hauptvorstand jedoch einfach missachtet.