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Weitere Pflicht für Besitzer Meppen: Hunde müssen registriert werden

Von Carola Alge

<em>Ins Hunderegister </em>muss auch dieser Jack Russell eingetragen werden. Frauchen hat die richtige Internetseite schon aufgerufen. .Archivfoto: Carola AlgeIns Hunderegister muss auch dieser Jack Russell eingetragen werden. Frauchen hat die richtige Internetseite schon aufgerufen. .Archivfoto: Carola Alge

Meppen. Hundebesitzer haben eine Menge Pflichten. Sie müssen ihren Vierbeiner bei ihrer Kommune angemeldet haben und Steuern für ihn entrichten, sie müssen teilweise einen Sachkundenachweis erbringen. Und sie müssen ihren Wuffie im Niedersächsischen Hunderegister eintragen.

Das wird, was Viele sicher nicht wissen, ab 1. Juli gesetzlich verlangt. Möglich ist die Registrierung bereits ab Montag, 23. Juni (siehe Infobox). Mit dieser Maßnahme tritt in Niedersachsen die letzte Stufe des neuen Hundegesetzes in Kraft, das 2011 verabschiedet wurde. Chip und Haftpflichtversicherung werden bereits für Hunde ab sechs Monaten verlangt.

Wie aber wird die Einhaltung der Auflagen von den Kommunen kontrolliert? Nach dem neuen Hundegesetz gibt es eine Aufgabenteilung zwischen den Städten und Gemeinden sowie dem Landkreis Emsland. Die Städte und Gemeinden sollen, so die Pressesprecherin des Landkreises Emsland auf Anfrage unserer Zeitung, dafür sorgen, dass die allgemeinen Regelungen zur Sachkunde und die Kennzeichnung der Hunde eingehalten werden.

Überprüfung

Auch der Abschluss einer Haftpflichtversicherung und die Überprüfung, ob diese vorhanden ist, kontrollieren Städte und Gemeinden. Wie und wann die Kontrollen durchgeführt werden, liege in der Verantwortung von Städten und Gemeinden. Dort ist auch die Zahl der jeweils gemeldeten Hunde bekannt. Der Landkreis Emsland sei zuständig, „wenn Hunde als gefährlich eingestuft sind.“ Grundsätzlich liege die Verantwortung für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen aber allein beim Hundehalter.

Mit dem zentralen Register und dem Sachkundenachweis treten ab 1. Juli alle Regelungen des Hundegesetzes in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt müssen Hundehalter eine zum Halten von Hunden erforderliche Sachkunde nachweisen, besser bekannt als „Hundeführerschein“. Dieser Nachweis wird nicht notwendig, wenn der Halter beispielsweise innerhalb der vergangenen zehn Jahre bereits nachweislich zwei Jahre ununterbrochen einen Hund gehalten hat. Zu belegen wäre dies durch den Hundesteuerbescheid. Ebenfalls von der Nachweispflicht befreit sind Personen, die wegen beruflicher oder anderer besonderer Ausbildung als befähigt zum Halten von Hunden gelten, zum Beispiel Tierärzte, Tierpfleger und Jäger.

Sachkundeprüfungen dürfen nur von anerkannten Prüfern abgenommen werden. Für deren Anerkennung ist der Landkreis Emsland zuständig. Anerkannte Prüfer werden dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemeldet und dort gelistet. Eine Liste der derzeit anerkannten Prüfer in Niedersachsen hat das Ministerium auf seiner Homepage unter www.ml.niedersachsen.de veröffentlicht. Zurzeit sind im Landkreis Emsland neun anerkannte Prüfer gemeldet und in dieser Liste veröffentlicht worden.

Bei der Stadt Haselünne sind derzeit etwa 1150 Hunde steuerlich gemeldet. „Das neue Hundegesetz scheint einige Vorteile zu bieten, erfordert aber auch sehr viel Bürokratie. Der Praxistest in den nächsten Monaten wird die Tauglichkeit beweisen müssen“, heißt es dazu aus dem Rathaus der Hasestadt. Die Hundehalter würden im Rahmen der allgemeinen Kontrollen durch die Ordnungsbeamten der Stadtverwaltung auf die Regelungen hingewiesen. Darüber hinaus werden der Stadtverwaltung direkt oder über die Polizei auffällige Hunde gemeldet. Ein solcher Sachverhalt werde aufgenommen und, ergeben sich konkrete Anhaltspunkte, dem Landkreis Emsland als Fachbehörde mitgeteilt. Der stelle dann fest, ob es sich um einen gefährlichen Hund handelt. Für die Ermittlungen seien das Hunderegister, die Kennzeichnungspflicht und der Sachkundenachweis hilfreiche Dokumente. Für die Chipkontrolle wurde in Haselünne ein Lesegerät angeschafft. Es wird jedoch nur im konkreten Einzelfall genutzt. Eine allgemeine Dokumentenüberprüfung findet nicht statt, da sie zusätzliche Personalkosten verursachen würde. Auch ein eigenes Register, beispielsweise über die Versicherungspolicen, wird bei der Stadt Haselünne nicht geführt.

Infoblatt

Falls die Hundehalter nicht vom zentralen Register (Kommunale Systemhaus Niedersachsen GmbH) in Hannover angeschrieben und aufgefordert werden, ihren Hund dort anzumelden, wird die Stadt in nächster Zeit alle in Haselünne wohnenden Hundehalter mit einem Infoblatt auf die Neuregelungen hinweisen.

2317 Hunde sind zurzeit bei der Stadt Meppen gemeldet. Auch hier sollen Kontrollen zur Einhaltung des Gesetzes nicht generell, sondern im Einzelfall anlassbezogen erfolgen.

In Haren sind etwa 2100 Hunde erfasst Die Halter wurden nach Inkrafttreten des Niedersächsischen Hundegesetzes mit einem Infoblatt über die Neuregelungen ebenso wie der zuständige Fachausschuss informiert. „Das Gesetz ist mit 19 Paragrafen erfreulich kurz. Das System scheint einige Vorteile zu bieten, droht aber, in überbordende Bürokratie unterzugehen. Der Praxistest in den nächsten Monaten wird die Tauglichkeit beweisen müssen“, so Erster Stadtrat Dieter Sturm.

Ein zusätzliches eigenes Register, beispielsweise über die Versicherungspolicen, wird bei der Stadt Haren nicht geführt. Sturm: „Es wäre sinnvoller gewesen, eine allgemeine Haftpflichtversicherung verpflichtend wie für Kraftfahrzeuge einzuführen und diese bei der Anmeldung zwingend abzufragen.“