Heimreise nach elf Monaten Türkischer Austauschschüler Bereicherung für Meppener Familie

Von David Hartmann

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Nach fast elf Monaten bei Maren und Frank Anneken tritt Ege die Heimreise an. Foto: David HartmannNach fast elf Monaten bei Maren und Frank Anneken tritt Ege die Heimreise an. Foto: David Hartmann

Meppen. Über den Verein Youth For Understanding (yfu)war der türkische Austauschschüler Ege Can zu einer Gastfamilie nach Meppen gekommen. Nach nun knapp elf Monaten reist der mittlerweile 17-Jährige wieder zurück in seine Heimat.

Der aus Ankara stammende Ege wurde über das Netzwerk der Youth For Understanding (yfu) an seine Gastfamilie Maren und Frank Anneken vermittelt und ist seit August vergangenen Jahres zu Gast in Meppen. Die Zusammenführung von Gastfamilie und Austauschschülerwar gut vorbereitet. „Zuerst müssen Austauschschüler und Gastfamilie einen Bogen über ihre Persönlichkeit, Hobbies usw. ausfüllen. Dann gab es für uns ein persönliches Gespräch mit der yfu, bei dem uns Schüler vorgestellt wurden, die zu uns passen könnten“, berichtet Austauschmutter Maren Anneken.

Drei Wochen Crashkurs in Deutsch

Nachdem sich Familie Anneken und Ege gefunden hatten, fingen sie an zu skypen, um sich etwas besser kennenzulernen. „Uns fiel schnell auf, dass Ege nicht anders ist, als unsere Kinder in dem Alter. Ein ganz normaler Jugendlicher halt“, erzählt Anneken weiter. Für den damals noch 16-jährigen Ege war es aber eine ganz besondere Reise, denn er kam ohne jegliche Deutschkentnisse nach Meppen. Nach einem dreiwöchigen Deutschkurs in Osnabrück und einem Visum stand dem Austausch von Ege zu Familie Anneken nichts mehr im Wege.

Zeugnis bescheinigt gute Leistungen

„Es war kein Problem mich einzugliedern. Ich bin in die zehnte Klasse des Windthorst-Gymnasiums gegangen und es war alles wie in der Türkei, nur die Sprache nicht“, erklärt Ege. Die Integration fiel ihm nicht schwer. Er trat dem Karateverein bei, absolvierte zwei Gürtel und reiste viel in Deutschland. „Wir sind froh, dass wir ihm so viel zeigen konnten“, berichtet Frank Anneken. Mittlerweile spricht der nun 17-Jährige sehr gutes Deutsch und bekam ein Zeugnis zum Schuljahresabschluss. „Das ist wirklich eine Seltenheit. Normalerweise gibt es eine Bescheinigung, aber ein Zeugnis mit einem Durchschnitt von 2,6 ist unfassbar“, berichtet Maren Anneken erfreut.

Maschinenbau in Deutschland studieren

Für Ege stehen in der Türkei noch zwei Jahre Schule an, dann absolviert er sein Abitur. „Mein Wunsch ist es zurück nach Deutschland zu kommen und hier zu studieren. Am liebsten Maschinenbau.“ Nicht nur Ege ist über das Austauschjahr und die gesammelten Erfahrungen froh, sondern auch seine Gastfamilie. „Als Ege sich anfänglich als türkischer Austauschschüler vorstellte, wurden die Augen ihm gegenüber groß und die Leute gingen fast schon auf Abstand. Wir hoffen einfach, dass wir mit diesem Projekt zur Völkerverständigung beitragen können, wir sind schließlich alle nur Menschen“, erklärt Maren Anneken weiter.

Bereicherung für Familie

Eine Wiederholung des Projektes schließen die Annekens definitiv nicht aus. „Es war eine echte Bereicherung für uns. Wir möchten anderen Schülern auch diese Möglichkeit geben.“ Zurzeit überlegen sich Maren und Frank Anneken als Notfallfamilie registrieren zu lassen. Am vergangenen Montag ist Ege zusammen mit mehreren Austauschschülern der yfu für vier Tage nach Berlin gereist und tritt am 29. Juni die Heimreise an.

Die Youth For Understanding (YFU) ist ein Netzwerk von mehr als 50 gemeinnützigen Austauschorganisationen weltweit, deren Programme auf der Arbeit Ehrenamtlicher basieren. Untereinander richten die verschiedenen nationalen Organisationen bildungsorientierte Austauschprogramme für Jugendliche aus. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf ein- und halbjährigen Gastfamilien- und Schulaufenthalten für Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren.


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