Deutsch-polnischer Austausch Schüler des Gymnasiums Haren reisen nach Warschau

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Die Harener Gymnasiasten besuchten mit ihren Austauschschülern unter anderem das Denkmal des ehemaligen Warschauer Gettos. Foto: Gymnasium HarenDie Harener Gymnasiasten besuchten mit ihren Austauschschülern unter anderem das Denkmal des ehemaligen Warschauer Gettos. Foto: Gymnasium Haren

Haren. Eine Delegation des Gymnasiums Haren hat ihre polnische Partnerschule in der Hauptstadt Warschau besucht.

In Kenntnis der bewegten und konfliktträchtigen deutsch-polnischen Geschichte waren sich die Teilnehmer mit ihren Austauschpartnern einig, dass trotz nach wie vor bestehender Probleme der Blick in die Zukunft den Weg für eine intensive Annäherung im Sinne europäischer Werte ebnen kann. Unter den acht Zehntklässlern, die gemeinsam mit Oberstudiendirektor Michael Heuking und Studienrätin Uta Möhlenkamp den Weg nach Polen angetreten hatten, befanden sich auch zwei polnische Muttersprachler, die als Übersetzer einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Austauschfahrt leisteten.

Der Dialog stand ohnehin im Vordergrund der Begegnung, die von großer Harmonie und Optimismus geprägt war. Dennoch wurden die Harener Gymnasiasten im Rahmen eines umfangreichen Rahmenprogramms häufig mit den dunkelsten Stunden der deutsch-polnischen Geschichte konfrontiert. Am Warschauer Getto-Ehrenmal, dem Ort des berühmten Kniefalls des Bundeskanzlers Willy Brandt im Jahre 1970, wurde man an die Gräueltaten der Nationalsozialisten erinnert, die Anfang der 1940er Jahre dieses Sammellager errichteten, um dann polnische sowie deutsche Bürger jüdischen Glaubens in das Vernichtungslager Treblinka zu deportieren.

Beim Rundgang durch die polnische Hauptstadt wurden den Gymnasiasten die städtebaulichen Folgen des zerstörerischen Zweiten Weltkriegs unmittelbar vor Augen geführt. Während die Stadt Krakau, die man ebenfalls besuchte, von den Flächenbombardierungen verschont geblieben war, war die Warschauer Innenstadt zum größten Teil zerstört und nach Kriegsende wieder neu aufgebaut worden und konnte sich in den letzten Jahrzehnten zu einer modernen Metropole entwickeln.

Ganz im Zeichen der Völkerverständigung stand das Miteinander der deutschen und der polnischen Schüler in den Gastfamilien, bei Unternehmungen und während des Schulunterrichts am Warschauer Edward-Dembowski-Lyzeum, einer Schulform, die mit dem Gymnasium vergleichbar ist und von 16- bis 19-jährigen Schülerinnen und Schülern besucht wird.

„Dieser Austausch hat für unsere Schule, auch vor dem Hintergrund der Harener Stadtgeschichte eine ganz besondere Bedeutung“, sagte Studienrätin Uta Möhlenkamp, die neben Schulleiter Michael Heuking für die Organisation des Projekts verantwortlich ist. Beide blicken, ebenso wie ihre Schülerinnen und Schüler, gespannt dem geplanten diesjährigen polnischen Gegenbesuch entgegen.


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