Schulleitung geht in den Ruhestand Drei Teamspieler verlassen das Marianum Meppen

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Schulleitung des Gymnasiums Marianum Meppen mit (von links) Norbert Möhn, Leo Pott und Johannes Burrichter verabschiedet sich in den Ruhestand. Foto: Tobias BöckermannDie Schulleitung des Gymnasiums Marianum Meppen mit (von links) Norbert Möhn, Leo Pott und Johannes Burrichter verabschiedet sich in den Ruhestand. Foto: Tobias Böckermann

Meppen. Das Gymnasium Marianum Meppen erhält eine veränderte Schulleitung: Mit Leo Pott, Johannes Burrichter und Norbert Möhn wechseln der Schulleiter und seine Stellvertreter in den Ruhestand.

In der Regel sind zur Verabschiedung verdienter Schulleiter größere Feiern üblich – die Schüler gestalten ein Programm und viele Redner loben die Ausscheidenden für ihre Arbeit. Und das, das sei hier betont, auch zurecht. Denn leitende Lehrkräfte tragen nicht nur viel Verantwortung für ihre Schüler, sondern auch noch jene für Schule und Kollegium.

Leo Pott, Johannes Burrichter und Norbert Möhn haben dennoch ganz bewusst auf eine solche Feier verzichtet und einen bescheidenen, eher stillen Ausklang gewählt. Einem Foto für die Zeitung stimmten sie noch zu, den ganz großen Bahnhof aber wollten sie nicht.

„Wir haben uns immer als Teil eines Teams gesehen“, begründete Leo Pott diese Entscheidung. Eines Teams aus Lehrern, Eltern und Schülern, das hatte er in den vergangenen Jahren immer wieder betont. Das große Ganze zu sehen und dabei den Einzelnen mit seinen Fähigkeiten zu fördern, das gehörte zur Philosophie der drei Pädagogen, die sie auch vorlebten.

Schon zur Amtseinführung im August 2009 hatte vor allem Leo Pott viele Vorschusslorbeeren erhalten, war von Generalvikar Theo Paul dazu ermuntert worden, „Visionen zu entwickeln“. Einfach nur pragmatisch zu sein, sei zwar bequem, aber auch gefährlich. Paul ließ keinen Zweifel daran, dass er Leo Pott gerade nicht für einen bequemen Pragmatiker hielt. „Ihre Bereitschaft, Ja zu sagen, hat Strahlen in vielen Gesichtern ausgelöst“, sagte er damals.

Geschichte hoch drei

Der gebürtige Lingener Leo Pott war bereits seit 1981 als Lehrer für Geschichte und Sport am Marianum tätig gewesen. Er übernahm im Laufe der Jahre neben dem Unterricht weitere Aufgaben, etwa in der Mitarbeitervertretung, mit der Leitung der Fachgruppe Sport und seit 1993 durch die Mitarbeit in der erweiterten Schulleitung. 1997 bis 2009 gehörten die Koordination der Oberstufe, die Verwaltung des Schulhaushaltes und die stellvertretende Schulleitung zu seinen Aufgaben.

Johannes Burrichter studierte nach dem Abitur 1975 am Georgianum in Lingen Geschichte und Katholische Theologie. Im August 1986 begann er seine Unterrichtstätigkeit am Marianum, war SV-Beratungslehrer und Vorsitzender der Mitarbeitervertretung. Seit 1997 übernahm er Aufgaben im Rahmen der Schulleitung, seit 2009 als Oberstufenkoordinator und stellvertretender Schulleiter.

In den letzten zehn Jahren hat er die umfangreichen baulichen Veränderungen auf dem Schulgelände koordiniert und entscheidend geprägt. Unter anderem wurde für 7,6 Millionen Euro ein neues Wissenschaftsgebäude errichtet.

Schüler-Flashmob

Norbert Möhn studierte nach dem Abitur in Köln Geschichte, Latein und Katholische Religion und wechselte ebenfalls im August 1986 ans Marianum. Zu seiner Tätigkeit als Beratungslehrer (1990) übernahm er ab 1992 die Verantwortung für die Schulseelsorge. 1997 wurde er im Rahmen seiner Tätigkeit in der Schulleitung mit der Koordination der Unter- und Mittelstufe sowie der Referendarausbildung betraut, ab 2007 war er für die Oberstufe, die Referendare und Praktikanten zuständig. 2009 wurde er zudem stellvertretender Schulleiter.

Neben den drei genannten verlassen mit Sabine Schröder, Michael Fuest und Christoph Migura drei weitere langjährige Lehrkräfte die Schule und wechseln in den Ruhestand. Die Nachfolge von Leo Pott als Schulleiter wird im neuen Schuljahr Hermann-Josef Rave antreten ( wir berichteten). Insgesamt umfasst die Schulleitung des Marianums zehn Lehrerinnen und Lehrer

Zum Start ins neue Amt im Jahr 2009 hatte Leo Pott mit Blick auf die kommenden Jahre gesagt: „Ich glaube, da geht noch was.“ Er kann mit seinen beiden Stellvertretern davon ausgehen, dass er Wort gehalten hat.

Kleiner großer Bahnhof

Und einen kleinen großen Bahnhof bekamen die drei dann doch noch: Viele der 1100 Schüler veranstalteten ihnen zu Ehren einen Tanz-Flashmob vor der Schule, und in der abschließenden Mitarbeiterversammlung würdigten die Kollegen die Ausscheidenden mit einer humorvollen Theaterrevue.

Mehrfach gab es, so war zu erfahren, stehende Ovationen. Bei allen Beteiligten waren Wehmut, aber in erster Linie eine tiefe Dankbarkeit zu spüren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN