Differenzen mit Hauptvorstand Abteilungsvorstand Tennis im SV Union Meppen zurückgetreten

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Einen offensichtlichen Dissens zwischen Tennisabteilung und Hauptvorstand gibt es beim SV Union Meppen. Symbolfoto: Konstantin StumpeEinen offensichtlichen Dissens zwischen Tennisabteilung und Hauptvorstand gibt es beim SV Union Meppen. Symbolfoto: Konstantin Stumpe

Meppen. Der Streit um vermeintlich ungerecht verteilte Mitgliedsbeiträge beim SV Union Meppen ist eskaliert. Der Vorstand der Tennisabteilung ist geschlossen zurückgetreten. Grund sind einer Mitteilung zufolge „unüberwindbare Differenzen mit dem Hauptvorstand des Vereins“.

Der Rücktritt ist wirksam, seit der gesamte Abteilungsvorstand am Montag, 11. Juni, schriftlich den sofortigen Rücktritt eingereicht hat. In einer Mitteilung, die unserer Redaktion vorliegt, heißt es zur Begründung: „Wir vom Abteilungsvorstand setzen uns seit fast einem Jahrzehnt gegen die – unserer Überzeugung nach – ungerechte Erhebung und Verteilung von Geldern unter den Abteilungen des SV Union Meppen ein.“

Thema auf Mitgliederversammlung

Auch auf der Mitgliederversammlung des Vereins am 28. Mai hatte Tennisabteilungsvorsitzender Ernst Berentelg die vermeintliche Ungerechtigkeit angesprochen. Er ließ ein Informationsblatt verteilen, aus dem nach seiner Berechnung für die Geschäftsjahre 2015 und 2017 eine zu große Belastung für die Abteilung entstanden ist. „Wir werden seit Jahren mit der ungleichen Verwendung und der Zuteilung der Einnahmen benachteiligt“, war sich Berentelg sicher.

Ungerechte Verteilung?

Dem Informationsblatt zufolge betrugen die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen der Tennisabteilung im Geschäftsjahr 2017 insgesamt 19.071 Euro. Davon seien lediglich 7348 Euro an die Tennisabteilung zurückgeflossen. Das bedeute, so Berentelg, dass über 61 Prozent des Geldes im Hauptverein geblieben sind. Im Gegensatz zahlte die Leichtathletikabteilung nur 7769 Euro als Grundbeitrag, habe aber 4100 Euro zurückbekommen. Demnach seien nur 41 Prozent der Mitgliedsbeiträge an den Gesamtverein geflossen.

Antrag abgelehnt

Aus diesem Grund hatte die Tennisabteilung bei der Mitgliedsversammlung einen Antrag auf Streichung des Zusatzbeitrags für die Tennisabteilung, der etwa für die Platzpflege fällig wird, beantragt. Dieser wurde von der Versammlung aber abgelehnt. Die ehemalige Schatzmeisterin Olga Emisch begründete dies so: „Rechnet man alle Einheiten gegeneinander auf, fährt der Tennissport Verluste ein. Beschließen wir, den Zusatzbeitrag abzuschaffen, kann der Vorstand die Insolvenz des gesamten Vereins wegen Zahlungsunfähigkeit anmelden.“

Weiteren Schaden verhindern

Nachdem auf der Mitgliederversammlung kein Konsens erzielt werden konnte, sei der Vorstand der Tennisabteilung „nach reiflicher Überlegung zu dem Entschluss gekommen, dass ein Rücktritt die einzig richtige Konsequenz aus den mittlerweile unüberwindbaren Differenzen mit dem Hauptverstand und mangelndem Rückhalt aus dem Gesamtverein ist“. Mit der Maßnahme solle weiterer Schaden an der öffentlichen Wahrnehmung des Vereins abgewendet werden.

Vorstand schweigt

Eine Stellungnahme dazu wollte Hauptvorstand Karl-Heinz Tallen unserer Redaktion nicht abgeben. Auf einer Sitzung am Montagabend, 25. Juni, sei der Vorstand zu dem Entschluss gekommen, sich nicht zu dem Thema zu äußern.

Dennoch ist der Vorstand nun gefordert, denn es gilt, acht frei gewordene Ehrenämter neu zu besetzten: 1. und 2. Abteilungsvorsitzender, Kassenwart, Sportwart, Jugendwart, Jüngstenwart, Pressewart und Schriftführer. Der Abteilungsvorstand hat jedoch angeboten, ihre Ämter kommissarisch bis maximal zum 30. September weiterzuführen, bis neue Ehrenamtliche gefunden sind.


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