Mutmacher machen Halt in Meppen Tandem-Tour soll über Depressionen aufklären

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Machten mit ihren Tandems Halt beim Verein Lotse in Meppen: Daniel Neumann, Peter Kraus, Bettie de Vries, Jürgen Trösken, Rudolf Wein und Rebecca Lenhardt. Foto: Konstantin StumpeMachten mit ihren Tandems Halt beim Verein Lotse in Meppen: Daniel Neumann, Peter Kraus, Bettie de Vries, Jürgen Trösken, Rudolf Wein und Rebecca Lenhardt. Foto: Konstantin Stumpe

Meppen. In sieben Tagen von Hildesheim nach Emden unterwegs sind sechs Radfahrer auf drei Tandems während der „Mut-Tour“ 2018. Sie plädieren für den offenen Umgang mit Depressionen. In Meppen haben sie Halt gemacht.

„Manche trauern sich nicht einmal mit ihrem Hausarzt darüber zu sprechen“, sagt Tourleiter Peter Kraus. Wer an Depressionen leide, stigmatisiere sich oft selbst: „Man gibt erst mal sich selber die Schuld, nicht so zu funktionieren wie gemeinhin erwartet.“ Umgekehrt reagiere das berufliche und private Umfeld rasch mit Vorurteilen. Menschen, die dem Leistungsdruck in der Arbeitswelt nicht mehr standhalten würden oft als Faulenzer oder Simulanten abgestempelt.

Beratungsstellen in Meppen

Auf ihrer Tour wollen die sechs Radler Betroffenen mut machen, sich Hilfe zu suchen. Auf Marktplätzen in den Städten machen sie halt, bieten Flyer an und wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen. Außerdem informieren sie über regionale Beratungsangebote und bundesweite Anlaufstellen. In Meppen etwa die Kontakt- und Beratungsstelle für Selbsthilfe in der Bahnhofsstraße 2, Tel 05931/14000, der sozialpsychiatrische Dienst des Landkreis Emsland, Ordeniederung 1, Tel. 05931/440 und der Verein Lotse zur Hilfe seelisch Erkrankter im Emsland in der Herzog-Arenberg-Straße 64a, Tel. 05931/40998 48.

Smiley als Repräsentant

Mit dem Smiley, der das Gesicht von Peter Kraus auf dem Foto verdeckt, sollen alle Betroffenen repräsentiert werden, die es sich nicht erlauben können, ihre Depressionen öffentlich zu machen. Denn oft reagierten die Mitmenschen mit Vorurteilen. Die Folge seien berufliche Benachteiligung bis hin zum Mobbing.

Mitfahren

Während der Radtour hatten die sechs Radfahrer aber mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Weil die Radler nur manchmal bei unterstützenden Organisationen wie dem Verein Lotse in Meppen unterkommen können, campen sie an den anderen Tagen. Zu Isomatte und Schlafsack gesellt sich diverses anderes Gepäck, sodass das Auf- und Abpacken schon mal ein bis zwei Stunden dauern könne. „Bei dem vielen Gepäck kommt man natürlich auch nicht so schnell voran. Etwa 14 km/h fahren wir und jeden Anstieg spürt man“, sagt Peter kraus. Trotzdem fahren die Radler etwa 50 bis 70 Kilometer pro Tag.

In Emden ist die Tour für einige der sechs Radfahrer vorbei, Kraus jedoch führt ein neues Team noch weiter bis nach Kiel. Wer auf einer fünf- bis siebentägigen Tour mitfahren möchte, kann sich im Internet unter mut-tour.de/mitfahren informieren.


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