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138 Absolventen Gymnasium Marianum mit Rekordzahl von Abiturienten

Von Heiner Harnack, Heiner Harnack | 24.06.2018, 17:36 Uhr

Eine Rekordzahl von 138 Abiturienten hat sich vom Gymnasium Marianum Meppen verabschiedet. Schuldirektor Leo Pott gab den Schulabgängern mit auf den Weg, weltoffen, wissbegierig und tolerant zu bleiben.

Im Saal Kamp dankte Pott den ehemaligen Schülern für Kooperations- und Kompromissbereitschaft „und euer Bemühen um ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander“.Der scheidende Direktor verzichtete mit Absicht auf das Zählen, wie viele Schüler mit einer ‚1‘ vor dem Komma den Abschluss geschafft hätten. „Wir halten diese Akzentuierung nicht für angemessen“, zeigte der Redner auf, dass am Marianum viele andere Werte zählten, wenn es durchaus „sehr viele leistungsstarke Schüler“ gegeben habe. Am Ende zähle ohnehin, was man aus allem mache, so Pott.

Kritische Worte

Er zeigte sich kritisch gegenüber einer „sich entwickelnden Gesellschaft der Singularitäten“. Nur das Außergewöhnliche scheine nur noch zu zählen. „Wer normal ist, hat verloren“, kritisierte er weiter, dass das Leben anscheinend nur noch eine Performance sei. Pott ging auf gesellschaftliche Veränderungen ein, in der man gebildet, kosmopolitisch orientiert und hoch qualifiziert sei. „Eine neue Mittelschicht ist Trägerin dieses Wertewandels. Das Nachsehen haben die sogenannten Prekärbeschäftigten und viele, die früher noch zur Mittelschicht gehörten.“

Zunehmend abgehängt

Diese fühlten sich zunehmend abgehängt, so der Direktor. „Abgrenzung statt Solidarität wird scheinbar die Verhaltensmaxime der spätmodernen Gesellschaft, der Anfang neuer gesellschaftlicher Konflikte“, warnte Pott auch vor dem sich Ausbreiten von Parteien an den Rändern, die jene ansprächen, die einen immer dominanter werdenden und medial sehr präsenten Lebensstil nicht mittragen könnten oder wollten. Dazu gebe es leider immer größer werdende Unterschiede zwischen Arm und Reich und eine immer größer werdende soziale Spaltung, was Gift für eine soziale und politische Landschaft sei.

Reale Gefahr für Demokratie

Daraus resultiere eine reale Gefahr für die Demokratie, legte Pott den Finger in eine der großen Wunden dieser Zeit. „Wir wollen unsere Schüler befähigen, im christlichen Sinne Verantwortung zu übernehmen und den Frieden aktiv zu suchen“, gab er die Losung des Marianums für die Zukunft aus. Es dürfe nie zählen, welche Religion, Hautfarbe, Herkunft oder welchen Beruf jemand ausübe. „Jeder von uns kann schon morgen in eine Situation geraten, in der er auf Unterstützung anderer angewiesen ist“, gab Leo Pott zum Schluss zu bedenken.

Der Elternvertreter Martin Lügering ging auf den sozialen Stress in den sozialen Netzwerken ein. „www“ könne man auch mit „Was wird werden“ übersetzen. Er warnte vor Falschinformationen und einem Netz, dass den Tiefgang mancher Fragen definitiv nicht verstehen würde .