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Hospital-Verbund umstritten Meppen: CDU-Politiker kritisieren Generalvikar Theo Paul

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In der Kritik: Theo Paul.In der Kritik: Theo Paul.

Meppen. Scharfe Kritik haben CDU-Kreistagsmitglieder jetzt an Generalvikar Theo Paul geübt. Dieser habe die Entscheidung über den Klinik-Verbund mit St.-Bonifatius-Hospital Lingen, Hümmling-Krankenhaus Sögel, Marienkrankenhaus Papenburg und Borromäus-Hospital Leer unter dem Dach des St.-Bonifatius-Vereins Lingen übers Knie gebrochen.

Mit dem Verbund will das Bistum Osnabrück die große finanzielle Schieflage des Papenburger Krankenhaus wieder geradebiegen. Der Arbeitskreis Gesundheit der CDU-Kreistagsfraktion besuchte jetzt das Ludmillen-stift in Meppen. Wie Verwaltungsdirektor Wilhelm Wolken sagte, hatten auch die Meppener ein Rettungskonzept vorgelegt. „Wir waren und sind auch immer noch bereit, außer der Finanzierung auch die medizinische Versorgung sicherzustellen.“ Nach dem Vorschlag der Meppener „sollte sich das Papenburger Marienkrankenhaus eigenverantwortlich und langfristig am Markt etablieren“. Dabei kann Meppen anders als das Hospital Lingen schon auf langjährige Kooperationen mit Papenburg zurückblicken. So betreiben Meppen und Papenburg eine „gemeinsame Gesellschaft für Radiologie“. Auch die Krankenpflegeschulen kooperieren. Wolken wörtlich: „Papenburg liegt uns am Herzen.“

Der Ärztliche Direktor Dr. Ernst Röttger wies auf die enge Zusammenarbeit der Chirurgien beider Hospitäler hin: „Wir übernehmen pro Woche vier bis fünf Patienten aus Papenburg.“ Er kritisierte, dass man „das Meppener Konzept nicht einmal diskutiert“ habe. Wolken nannte als weiteren Grund die geografische Nähe: „Die Kooperation wäre gut für die Menschen in der Region und zum gegenseitigen Vorteil beider Krankenhäuser gewesen.“ Zugleich kündigte er an, dass das Ludmillenstift in den kommenden drei Jahren 30 Millionen Euro investieren wird.

Ferdinand Redeker (CDU) bescheinigte dem Ludmillenstift, dass es „sehr, sehr gut aufgestellt ist“. Für ihn sei es unverständlich, wie der Generalvikar so schnell eine Entscheidung treffen konnte. Er müsse dem Kreistag erklären, „warum Meppen nicht ins Boot geholt wurde“. So soll der Kreistag vermutlich noch finanziell in die Bresche springen.

Nicht ergebnisoffen

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Bernd-Carsten Hiebing monierte, dass der Steuerzahler für die Schulden aufkommen soll. CDU-Fraktionskollege Arno Fillies griff ebenfalls den Generalvikar an: „Wir haben das Empfinden, dass nicht ergebnisoffen diskutiert wurde.“ Und Parteikollege Heinz Cloppenburg fügte hinzu: „Es kann nicht sein, dass Patienten auf dem Weg von Papenburg nach Lingen an Meppen vorbeifahren.“

Nach Informationen unserer Zeitung will der Verbund der Christlichen Kliniken Ems Leda mit dem Leeraner Borromäus-Hospital und dem Marienkrankenhaus Papenburg sich bereits in der kommenden Woche auflösen, um den Weg für den großen Verbund zu ebnen.


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