10. Weinrebenversteigerung Hospiz-Hilfe Meppen erhält Rekordsumme von 15.000 Euro

Von Heiner Harnack

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Meppen. Innerhalb weniger Tage hat es den zweiten warmen Geldregen für die Hospiz-Hilfe Meppen gegeben. Zum zehnten Mal fand die Weinrebenversteigerung des Weinhauses Hülsmann statt, bei der neben gutem Essen und Trinken, passender Musik und viel guter Laune erneut eine Rekordsumme für den guten Zweck erzielt werden konnte.

Zunächst aber wurde es still, als Vereinsvorsitzende Carmen Breuckmann-Giertz von dem bewegenden Fall eines kleinen Jungen berichtete. Lange vor seiner Geburt verstarb ein Geschwisterkind, später sein Vater. Erst einige Jahre später trat zutage, dass der kleine Junge immense Schwierigkeiten hatte, mit der Situation umzugehen. Erst hier sei die Hospiz-Hilfe ins Spiel gekommen, um ihm zu helfen, sich auch im Schulalltag zurechtzufinden. „Das zeigt, dass bei Kindern Trauer erst viele Jahre später auftaucht“, erklärte Breuckmann-Giertz. „Genau dafür bedarf es geschulter Begleiter der Hospiz-Hilfe.“

Nachdem die Vorsitzende die Arbeit der Organisation vorgestellt hatte, war es an Oliver Schulte, die rund 250 Gäste dazu zu bewegen, ihre Geldbörsen weit zu öffnen. Wer den erfahrenen Darsteller der Freilichtbühne kennt, weiß, dass trotz des bewegenden Beginns Schulte ganz schnell Fahrt aufnahm und in bester Manier eines Händlers auf dem Parkett der Frankfurter Börse die 50 Weinreben an die Frau oder den Mann brachte. Dazu gab es gleich kiloweise Spargel, und wer im richtigen Moment die Schatulle geöffnet hatte, konnte auch ein Trikot des SV Meppen mitnehmen. Inklusive Weinreben gingen die Hemden von Max Kremer (375 Euro), Erik Domaschke (455 Euro) und Nico Granatowski (700 Euro) über den Tisch.

Freibier und Grillabend

Granatowski hatte allerdings ein ganz besonderes Bonbon parat und versprach, gleich 100 Liter Freibier demjenigen zu spenden, der sein Trikot ersteigere. Da ließ sich auch Domaschke nicht lumpen und stellte einen Grillabend in Aussicht. Den Vogel schoss später ein Anrufer ab, der Urlaub in Italien macht und sich die Versteigerung nicht entgehen lassen wollte. Einzige Bedingung: Es müsse die Rebe Nummer 1 sein. Unter großem Applaus ergatterte der Unbekannte für exakt 1000 Euro den kleinen Weinstock.

Kräftige Unterstützung erhielten die Veranstalter von der Deutschen Weinprinzessin Charlotte Freiberger, die extra von der Hessischen Bergstraße angereist war und ebenfalls ihr Talent als Versteigerin unter Beweis stellte. Erst tief in der Nacht waren die Reben versteigert, und am Ende konnte Carmen Breuckmann-Giertz sich für ihre Hilfsorganisation über 15.000 Euro freuen. Im Laufe von zehn Jahren konnten über die Weinrebenversteigerung rund 60.000 Euro für wohltätige Zwecke erzielt werden, was die Gäste auf die Stühle steigen ließ, um stehende Ovationen zu spenden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN