Antragsverfahren vereinfacht Emsland: Urlaubszuschüsse für bedürftige Familien

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Nicht alle Eltern aus dem Emsland können sich den Nordsee-Urlaub am Strand finanziell leisten. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpaNicht alle Eltern aus dem Emsland können sich den Nordsee-Urlaub am Strand finanziell leisten. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Meppen. Mit den Sommerferien beginnt für viele Familien die schönste Zeit - die Urlaubszeit. Es gibt aber auch im Emsland viele Familien, die sich diese Form der Erholung finanziell nicht leisten können. Mit vereinfachten Förderkriterien soll der Zugang zum Fördertopf des Landkreises erleichtert werden.

In der Sitzung des Kreistages sagte Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis: „Das Antragsverfahren ist etwas kompliziert.“ Tatsächlich stellt der Landkreis Emsland hierfür im Jahr 50.000 Euro parat. In den Jahren 2016 und 2017 wurden aber nur 28.004 bzw. 29.066 Euro an Bedürftige ausgezahlt. Ziel sei es, einkommensschwächeren Familien einen Urlaub zu ermöglichen. In den Genuss der Fördergelder können finanzschwache Familien mit mindestens zwei Kindern, Familien mit einem behinderten Kind sowie Alleinerziehende mit mindestens einem Kind kommen. Zudem bezuschusst der Landkreis organisierte Freizeiten für Flüchtlingskinder.

Pauschale von 80 Euro

Dabei beklagen die Wohlfahrtsverbände wie Caritas und Diakonie den hohen Verwaltungsaufwand bei der Antragstellung. So mussten die Familien bislang zusätzlich zum Steuerbescheid des Vorvorjahres noch einen Vermögensnachwies aufführen. Dies entfällt in Zukunft. Gleichwohl beschloss der Landkreis, Diakonie und Caritas pro Antragstellung einen Verwaltungsaufwand von 80 Euro zu zahlen.

60 Förderanträge

Wie Kraujuttis ergänzte, müssen Familien, die Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem Sozialgesetzbuch erhalten, nur den Bewilligungsbescheid vorlegen. 2016 wurden insgesamt 60 Förderanträge auf Familienerholung gestellt. Es profitierten 95 Erwachsene und 201 Kinder. Davon bearbeitete der Deutsche Familienverband (Emsland) allein 32 Anträge. Der Verband konnte aber seine Halbtagsstelle nicht selbst finanzieren und musste 2017 das Beratungsangebot einstellen. Im vergangen Jahr wurden 57 Anträge bearbeitet, davon 36 von der Caritas, 13 vom SKF Esterwegen und acht von der Diakonie.

Weniger Bürokratie

Für die CDU-Kreistagfraktion begrüßte Arnold Terborg, dass der „Aufwand in Zukunft weniger aufwendig ist“. Jürgen Broer (SPD) forderte, die Antragsfrist um zwei Monate auf von Januar bis Mai zu verlängern. Landrat Reinhard Winter sagte dies spontan zu. Marion Terhalle (FDP) sprach sich dafür aus, Familien mit einem Anspruch auf Sozialhilfe seitens der Kreisverwaltung gezielt auf die Fördermöglichkeiten von Erholungsfreizeiten hinzuweisen.

Zu wenig Mitglieder

AfD-Sprecher Jens Schmitz bedauerte es, dass der Deutsche Familienverband bei der Finanzierung seiner Halbzeitkraft allein gelassen wurde und damit die Anträge 2017 nicht mehr bearbeiten konnte. Landrat Winter erwiderte, dass der Verband sich auflöste, weil es ihm an Mitgliedern mangelte.


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