Einsatzgebiete für Ingenieure VDI besucht Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Meppen

Der Arbeitskreis Emsland-Grafschaft Bentheim vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zu Besuch beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Meppen (WSA). Foto: VDIDer Arbeitskreis Emsland-Grafschaft Bentheim vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zu Besuch beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Meppen (WSA). Foto: VDI

Meppen. Spannende Einblicke in die Tätigkeit des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Meppen (WSA) hat der Arbeitskreis Emsland-Grafschaft Bentheim des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) Anfang Juni erhalten.

Während Norbert Gebken als Sachbereichsleiter für Bau und Betrieb die Ingenieure durch die Leitzentrale geführt hat, gewährte der Leiter des WSA, Holger Giest, den Gästen einen Ausblick auf die zukünftige Ausrichtung der Bundesbehörde.

Die Leitzentrale hat ihren Sitz mitten in Meppen auf einer Halbinsel, die von der Hase und einem Altarm umgeben wird. Die Mitarbeiter des WSA hätten dafür Sorge zu tragen, dass die Wasserstraßen passierbar bleiben. Dazu gehören der Dortmund-Ems-Kanal von Gleesen bis Papenburg, die nichtschiffbare Ems sowie die Hase und deren Altarme, der Küstenkanal bis kurz vor Oldenburg sowie der Elisabethfehnkanal. Fünf Schleusen und deren dazugehörenden Wehre sowie die Hubbrücke in Meppen würden von der Leitzentrale Meppen aus in Fernbedienung gesteuert; eine weitere Leitzentrale bestehe in Herbrum, von wo aus drei Schleusen samt ihren Wehren bedient würden.

Schleusen von 6 bis 22 Uhr

„Wir schleusen von 6 bis 22 Uhr“, erläuterte Gebken. Die Mitarbeiter in der Leitzentrale haben für die Überwachung der Anlagen mehrere Monitore, wobei die Wasserstraßen in drei Abschnitte aufgeteilt sind, für die jeweils ein Mitarbeiter verantwortlich sei, und das im Zweischichtbetrieb, lernten die Ingenieure. Dazu werde ein Reviertagebuch geführt, in dem die Wasserbauer – so der lautet der Name dieses Ausbildungsberufs – festhalten, wer wann mit welchen Tonnagen eine Schleuse passiert habe. Fünf Millionen Güterverkehrstonnen passierten die Wasserstraße von Süden bis zur Raffinerie in Lingen-Holthausen, ab dort werde es etwas weniger.

Mehr Güterverkehr gewünscht

Für Giest dürften es gern mehr sein, wie er betonte. „Wir wünschen uns mehr Güterverkehr“. Zwar seien 50 Millionen Euro in die Grundinstandsetzung der Schleusen investiert worden, beispielhaft wurde die Ausstattung sämtlicher Schleusen mit Stoßschutzanlagen erwähnt. Um jedoch auch Großmotorgüterschiffen die Passage der Schifffahrtsstraßen im Nordwesten zu ermöglichen, seien u.a. Brücken mit einer Durchfahrtshöhe von 5,25 Meter und breitere Schleusen notwendig. „Wir hinken hier im Bundesdurchschnitt hinterher“, bedauerte Giest. Insbesondere der Küstenkanal bilde einen Engpass. „Wir wollen etwas bewegen, nicht nur verwalten“, unterstrich der Leiter des WSA mit für die Ingenieure sichtbarem Enthusiasmus für seine Behörde.

Aspekt Ökologie

Auch der Aspekt Ökologie liege dem WSA am Herzen. So suche man nach optimalen Lösungen für Fischtreppen. „Sie müssen überall erneuert werden, damit sich Flora und Fauna frei bewegen können“, zudem seien Wasserstraßen die einzigen Verkehrswege, die bei ihrer Erweiterung für mehr Natur sorgen, ergänzte Giest.

Für Ingenieure biete die WSA interessante Einsatzgebiete. Leider sei die Anzahl der verfügbaren Stellen nicht hoch genug für den Bedarf. Zudem erschwere der leergefegte Arbeitsmarkt die Besetzung mit geeigneten Fachleuten, schränkte Giest ein.

Bernhard Kötting, Ingenieur bei der Firma Corntec Service GmbH aus Twist, hatte den Besuch beim WSA vermittelt. Für die spannenden Erkenntnisse und die engagierten Vorträge von Giest und Gebken bedankte das VDI-Mitglied sich, untermauert vom Beifall der gesamten Besuchergruppe.

Der nächste VDI-Stammtisch findet am 2. August statt. Informationen dazu gibt es unter www.vdi.de/ueber-uns/vdi-vor-ort/bezirksvereine/bezirksverein-osnabrueck-emsland-ev/veranstaltungskalender/