Keine Info über Nachfragebündelung Deutsche Glasfaser lässt Kunden in Meppen-Esterfeld zappeln

Von Konstantin Stumpe

Solche Bilder wird es in Esterfeld vermutlich nicht zu sehen geben, zumindest nicht von der Deutschen Glasfaser. Symbolfoto: Frank KlausmeyerSolche Bilder wird es in Esterfeld vermutlich nicht zu sehen geben, zumindest nicht von der Deutschen Glasfaser. Symbolfoto: Frank Klausmeyer

Meppen. Mit dem Laptop auf dem Schoß hockt Ursel Teuber aus Meppen-Esterfeld auf der Kellertreppe. Nur dort empfängt sie ihr hausinternes W-Lan. Ihr Telefonanschluss befindet sich im Keller, daher steht dort zwangsläufig auch ihr Router. Ein Internetanschluss durch die Deutsche Glasfaser sollte eigentlich alles ändern aber ob es zu dem Ausbau in Esterfeld kommen wird steht in den Sternen.

Ursel Teuber aus Meppen-Esterfeld fühlt sich von der Deutschen Glasfaser betrogen. Im Dezember 2017 hatte sie einen Vertrag für FTTH, einen Glasfaseranschluss bis ins Haus, bei dem Unternehmen abgeschlossen. Das Unternehmen hatte damit geworben, dass der Anschluss kostenlos sein wird, sofern mindestens 40 Prozent der Anwohner in Esterfeld einen Vertrag abschließen. „Man hat mir gesagt, ich solle mir keine Sorgen machen, dass die 40-Prozent-Marke nicht erreicht wird“, sagt die Rentnerin im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Deutsche Glasfaser habe ihr gesagt, sofern die 40-Prozent-Marke nicht erreicht wird, könne der Ausbau in Esterfeld auch querfinanziert werden, weil sich in Versen, Fullen und Rühle so viele Haushalte gemeldet hätten. Projektleiter Thomas Breer hatte damals gesagt: „Wir sind sehr positiv gestimmt, dass wir innerhalb dieser Zeit die fehlenden Prozente noch erreichen werden.“

Glasfaser schweigt

Weil Ursel Teuber aber auch jetzt, mehr als zwei Monate nach Ablauf der Frist nichts von der Deutschen Glasfaser gehört hatte, rief sie den zuständigen Mitarbeiter von der Wirtschaftsförderung der Stadt Meppen, Heinz Schöttmer an. Von ihm erfuhr sie, dass die Stadt seit Kurzem von der gescheiterten Nachfragebündelung weiß. „Die Stadt hat im Mai mündlich davon erfahren. Eine schriftliche Nachricht gab es für uns auch nicht“, ärgert sich Schöttmer im Gespräch mit unserer Redaktion. Noch schlimmer sei, dass die Anwohner noch keine Nachricht bekommen haben. „Es ist nicht gut, dass man die Leute so im Regen stehen lässt“, bedauert er.

Die Deutsche Glasfaser war bislang noch zu keiner Aussage bereit. „.Einige Abstimmungen sind noch nicht definitiv, wir werden über unsere Entscheidungen nach Klärung aller Aspekte informieren“, sagte Sprecherin Gerda Johanna Meppelink auf Nachfrage unserer Redaktion. Einen konkreten Termin konnte sie jedoch nicht nennen.

Mündliche Nachricht an Stadt

Nach der Benachrichtigung sei man in der Verwaltung davon ausgegangen, dass die Deutsche Glasfaser die Anwohner umgehend benachrichtigt, daher habe die Stadt nichts unternommen. Im Telefongespräch versicherte Schöttmer aber noch heute (11. Juni) eine E-Mail an die Deutsche Glasfaser zu schicken. Darin wolle er das Unternehmen auffordern, alle Anwohner zu informieren.

Mehr als 30 MBit/s

Teuber hatte den Glasfaseranschluss als Investition in Zukunft gesehen. „Ich weiß nicht mehr wie lange ich dieses große Haus alleine noch bewirtschaften kann“, sagt die Wittwe. Ein schneller Internetzugang sollte den Wert der Immobilie im Falle eines Verkaufs steigern. Doch daraus wird vermutlich nichts, denn der gesamte Straßenzug wird nun nicht ausgebaut. Damit bleibt Teuber auch ihr persönlicher Hausanschluss verwehrt. Der Grund: Esterfeld gehört nicht zu den Gebieten, die von der Innogy wegen der bislang unzureichenden Verbindung von weniger als 30 MBit/s versorgt werden.

Besonders bitter ist das Schweigen der Deutschen Glasfaser für Teuber, weil auch die EWE Tel GmbH in Esterfeld Glasfaserleitungen legt. Dort hätten Kunden laut EWE-Pressesprecher Mathias Radowski bis etwa Mitte Mai einen Vertrag abschließen müssen, damit der Anschluss kostenlos ist. Nun würde dieser 399 Euro kosten. Diese Frist ist nun verstrichen.

Nun muss Ursel Teuber wohl weiter zum Googeln auf die Kellertreppe gehen, denn sie sieht nicht ein, so viel Geld zu zahlen, obwohl sie auch die Chance auf einen kostenlosen Anschluss hatte.