Camp der EWE Ex-Profis von Heesen und Götz trainieren Nachwuchs-Kicker aus Herzlake

Von Heiner Harnack


Herzlake. Immer wichtiger wird im Fußball das qualifizierte Training im Jugendfußball. So veranstaltet der Energieversorger EWE in diesem Sommer mehrere Trainingscamps, in denen sich die Jugendtrainer aus der Region gezielt Tipps von ehemaligen Fußball-Profis holen können. Jetzt weilten Ex-HSV-Spieler Thomas von Heesen und der ehemalige Hertha-BSC-Kicker Falko Götz in Herzlake.

Zunächst gab es einen theoretischen Teil, in dem beide Kicker aus ihren Jahren als Profifußballer berichteten. Danach ging es mit Götz, zuletzt Coach beim FSV Frankfurt, auf den Platz des Hasetalstadions. Jürgen Book, Trainer der F-Jugend des VfL Herzlake, erzählte, dass zunächst ein Physiotherapeut viel Wissenswertes über Sportverletzungen und kindgerechtes Warmmachen vor dem Spiel vermittelt hätte. „Aus der Region Cloppenburg-Emsland sind 35 Trainer zu uns gekommen, um das Neueste zu erfahren“, erklärte Book. Vom VfL seien elf Jugendtrainer dabei, um in Zukunft mit de richtigen Mitteln das Training der Kinder gestalten zu können.

Körperbeherrschung

Zur Zeit habe man in Herzlake keine Probleme, Kinder für den Fußball zu begeistern, meinte er, der aber hinzufügte, dass man die Kleinen bereits aus dem Kindergarten abhole, um sie an den Sport heranzuführen. Manche Eltern glaubten, ihr Kind könne kein Fußball spielen. „Das muss es auch gar nicht. Zunächst geht es um das Erlernen des ABC rund um die runde Kugel.“ Da gehe es um Körperbeherrschung oder das Gewöhnen an den Ball. „Wir haben derzeit für jeden Jahrgang eine Mannschaft zur Verfügung“, freute sich Book. In der D-Jugend werde es aber schon schwieriger, da heute eine hohe schulische Leistung verlangt würde, der man zuerst nachkommen müsse, bedauerte er, dass Schulstunden auch nachmittags stattfänden.

Kreativität der heimischen Trainer gefragt

Während die Kinder den einzelnen Übungen nachgingen, erklärte Falko Götz, der seine Karriere bei FC Vorwärts Berlin begann und 1983 vor dem Europa-Pokalspiel des BFC Dynamo (Ost-) Berlin bei Partizan Belgrad in die bundesdeutsche Botschaft flüchtete, dass vor Ort immer wieder die Kreativität der heimischen Trainer gefragt sei. „Vor der Saison müssen neue Übungen angesetzt werden, damit man sehen kann, ob und wie sich die Mannschaft weiter entwickelt“, meinte der Mann, der seine westdeutsche Fußballer-Laufbahn nach einem Jahr FIFA-Sperre 1984 bei Bayer 04 Leverkusen fortsetzte. Im Herbst sei es dafür schon viel zu spät, so Götz vor den 35 Fachleuten.

Für Thomas von Heesen, der seine Spielerkarriere bei Arminia Bielefeld beendete, kommt der Bereich der Leichtathletik immer noch zu kurz. „Ich habe erst mit 30 gemerkt, dass ich besser den Leichtathletik-Trainer in meine Übungen eingebaut hätte“, so von Heesen. Da sei es dann leider zu spät gewesen, schmunzelte er. „Kein Fußballer hat wirklich Bock auf Leichtathletik. Die hilft aber elementar“, forderte er, diesem Bereich wesentlich mehr Beachtung zu schenken.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN