Landkreis lockert Förderszenario Dorfläden im Emsland individuell und erfolgreich

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Stavern. Seit 2016 bezuschusst der Landkreis Emsland die wohnortbezogene Nahversorgung. Vier Dorfläden erhielten bislang einen Kreiszuschuss. Der Kreisentwicklungsausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, auch einem fünften Projekt in Niederlangen einen Zuschuss von 25.000 Euro zu gewähren.

Wie Klaus Ludden von der Kreisverwaltung während der Sitzung in Stavern sagte, gibt es zusätzlich zu den privaten Betreibern vier Dorfläden in Hilkenbrook, Lingen-Bramsche, Wesuwermoor und Stavern, die alle vier Fördergelder erhielten. „Dabei ist jeder Fall durchaus beeindruckend und sehr individuell“, sagte Ludden. Insgesamt wurden bislang zwölf Förderanträge gestellt. Damit noch mehr Dörfer in den Genuss eines Nahversorgers kommen, erweiterte der Landkreis jetzt die Förderrichtlinien.

Neue Finanzierung

So können in Zukunft auch Besitzer der Immobilie auf Kreismittel zurückgreifen. „Der Betreiber will in Niederlangen investieren“, schilderte der Sachbearbeiter den konkreten Fall. Das zusätzliche Café soll den Erhalt des Dorfladens sicherstellen. So erhält der Besitzer jetzt für seine Investition von 96.000 Euro einen Kreiszuschuss von 25.000 Euro. Die 2173 Einwohner von Niederlangen und Oberlangen können damit weiterhin wohnortnah einkaufen.

Lange Fahrzeiten

Zuvor schilderten Simone Suren-Schmits, Franz Bröker und Norbert Wilken, wie es ihnen gelungen ist, für Stavern mit seinen 1000 Einwohnern wieder einen Nahversorger zu installieren. Im November 2015 schloss der Bäcker. Die Staverner mussten zwei Jahre lang sechs bis sieben Kilometer Fahrzeit für ihre Einkäufe einkalkulieren.

Staverner Konsum e.V.

Statt tatenlos diesen Zustand hinzunehmen, gründeten die Bewohner den Verein Staverner Konsum. Er zählt heute 330 Mitglieder. Jedes Mitglied zahlte 200 Euro ein. Diese Summe bildete den Grundstock für ein Bauvorhaben. „Viele Bürger waren begeistert bei der Sache und haben ganz viel in Eigenleistung mitgebaut“, sagte Suren-Schmits. Das „Wir-Gefühl“ im Dorf sei hierdurch enorm gestärkt worden. Die Umbaukosten summierten sich auf 130.000 Euro. Der Verein muss noch 50.000 Euro abbezahlen. Tatsächlich gelang es, mit Tobias Kemper einen Betreiber für den Dorfladen zu finden. Ein Malerbetrieb hat weitere Räume angemietet. Über die Mieteinnahmen werden die Schulden abgebaut. Die Frequenz im Dorfladen von 170 Kundenbewegungen am Tag sei zufriedenstellend.


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