Neue Broschüre, neues Konzept 275 Jahre Gymnasialkirche Meppen gefeiert

Von Tobias Böckermann


Meppen. Vor genau 275 Jahren ist der Grundstein für die Gymnasialkirche in Meppen gelegt worden. Der neu gewählte Vorstand des Fördervereins will das Gotteshaus künftig stärker in den Mittelpunkt rücken. Schließlich ist die gesamte Kirche inzwischen saniert und präsentiert sich von ihrer besten Seite.

Davon jedenfalls war Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein überzeugt. Er ist seit kurzem Vorsitzender des 1987 gegründeten Fördervereins der Kirche. Unterstützt wird er von Schulleiterin Daniela Brüsse-Haustein (Windthorst-Gymnasium) als 2. Vorsitzende, Oliver Roosen (Sparkasse Emsland, Kassenwart) und Kreiskulturdezernentin Andrea Kaltofen (Schriftführerin) sowie als Beisitzer von Propst Dietmar Blank, Superintendent Bernd Brauer, Arnold Terborg (Theatergemeinde) und Marc-André Burgdorf (Heimatverein Meppen).

Zur Vorstellung einer neu aufgelegten Broschüre war auch Landrat Reinhard Winter erschienen – die Kirche wird als Schulkirche genutzt und befindet sich im Eigentum des Landkreises. „Wir freuen uns sehr, dass mit dem neu aufgestellten Förderverein die erfolgreiche und tatkräftige Arbeit dieses Netzwerkes von Freunden der Gymnasialkirche fortgesetzt werden kann“, sagte Winter.

Am vergangenen Wochenende hatten zahlreiche Besucher das Jubiläum der Grundsteinlegung mit einem Gottesdienst gefeiert. Der Stein wurde einst neben der Seiteneingangstür eingelassen, auf ihm steht übersetzt: „Als der höchst ehrwürdige Bischof Clemens August über das Bistum Köln und das Bistum Münster herrschte, hat der adlige Freiherr Ferdinand von Recke aus Steinfurt den Grundstein zu dieser Kirche gelegt. Anno 1743, 28. Mai“. Ein Zusatz verweist auf eine erste Renovierung im Jahr 1829.

Heute wird die Kirche ökumenisch genutzt – sie befindet sich nach Ansicht des Landrates im besten Zustand seit vielen Jahrzehnten. Zahlreiche Sanierungsmaßnahmen haben in den vergangenen 15 Jahren dafür gesorgt, dass das barocke Kleinod seiner Bedeutung als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler des Emsland wieder gerecht wird ( wir berichteten).

Stetige Restaurierung

Zuletzt war das durch Kriegswirren zerstörte und nicht adäquat ersetzte Fensterglas durch zeitgenössisches Material abgelöst worden und im Mai dieses Jahres ist nun die Grabplatte von Pater Superior Nikolaus Krebs in der Kirche platziert worden. Der Gottesmann lebte von 1575 bis 1649 und hatte in Meppen das Gymnasium aufgebaut, das im vergangenen Jahr sein 375-jähriges Bestehen gefeiert hatte.

Der Superior spielte mit einigen zunächst sehr wenigen Mitgeistlichen eine wichtige Rolle für den Glauben im Emsland. Denn seit 1543 galt es als evangelisch und Fürstbischof Ferdinand von Bayern und Münster wollte dies im Zuge der Gegenreformation wieder ändern. Deshalb installierte er in Meppen eine Missionszelle der Jesuiten, die ihrerseits das heutige Windthorst-Gymnasium gründeten und später auch die Kirche errichteten. Ihr zeitweiliger Leiter Pater Superior Krebs war 1649 zunächst an der Propsteikirche unter der massiven Grabplatte beigesetzt worden. Nach Aufhebung der Grabstätte befand sich die Platte lange Zeit in der Meppener Friedhofskapelle und hat nun einen neuen Platz in der Gymnasialkirche gefunden.

Propst Dietmar Blank und Superintendent Bernd Brauer erinnerten kurz an die bewegte Zeit der Kirchengründung, in der katholische und evangelische Christen keinen gemeinsamen Weg gefunden hatten und auch in Meppen massiv gegeneinander agierten. „Heute ist das glücklicherweise anders, wenn auch noch ausbaufähig“, sagte Brauer.

Konzert im September

Die Entwicklungen am Kirchenbau hat der Förderverein der Gymnasialkirche in einer neuen Broschüre festhalten lassen. Sie ist in der Reihe „Kunstführer“ im Verlag Schnell & Steiner (Regensburg) erschienen und für 3,50 Euro in der Kirche und im Buchhandel erhältlich.

Andrea Kaltofen und Bürgermeister Helmut Knurbein kündigten an, der Förderverein werde die Gymnasialkirche in Zukunft mehr als bisher in den Focus rücken. Zwar solle sie geistliche Heimat sein und bleiben, aber auch ein Ort der Begegnung und der Geschichte. Dazu denke die Stadt Meppen unter anderem über ein Konzept für feste und erweiterte Öffnungszeiten nach, sagte Knurbein. Bisher ist das Gotteshaus dank des ehrenamtlichen Engagements einiger Bürger alle 14 Tage sonntags zwischen 15 und 18 Uhr bis einschließlich dem 23. September geöffnet. Der nächste Termin ist am 17. Juni.

Am 5. September wird im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage der Sparkassenstiftung ein Konzert in der Kirche stattfinden.