In Memoriam Nachruf auf die SPD-Politikerin Karin Stief-Kreihe

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Karin Stief-Kreihe. Foto: SPDKarin Stief-Kreihe. Foto: SPD

Meppen. „Ich mische mich gerne ein, statt von außen zuzusehen“, hat Karin Stief-Kreihe gesagt, als sie 2002 von der Wahlkreiskonferenz der SPD erneut als Landtagskandidatin nominiert wurde. Am Sonntag, 3. Juni, ist die Politikerin, Berufsschullehrerin und Mutter von drei Kindern aufgrund einer schweren Erkrankung im Alter von 68 Jahren gestorben.

Sie hat als Ratsfrau der Stadt Meppen und Mitglied des Kreistags seit 1991 und mit Unterbrechungen von 1995 bis 2013 als Landtagsabgeordnete die Entwicklung der Region entscheidend mitgeprägt. Unerwartet kam 1994 die Wahl zur Bürgermeisterin der Stadt Meppen. Die beiden Jahre in diesem Amt bis zur Abwahl 1996 bezeichnete sie als „sehr lehrreich“. Bei der Verabschiedung bescheinigte ihr Stadtdirektor Franz Quatmann, es sei ihr „gut gelungen, über alle Parteigrenzen hinweg Beschlüsse zu erreichen, die Meppen vorangebracht haben“. 2001 trat sie bei der ersten Wahl eines hauptamtlichen Bürgermeisters für die Stadt Meppen an und holte in der Stichwahl gegen Heinz Jansen 43,32 Prozent der Stimmen.

Geboren am 20. Oktober 1949 in Berlin-Pankow kam sie nach dem Architekturstudium in Berlin und Hannover mit den Abschlüssen für das Lehramt an Berufsbildenden Schulen und als Ingenieurin 1977 als Referendarin zu den Berufsbildenden Schulen nach Meppen. „Einmischen“ - das war neben Mitgliedschaften in Vereinen der Wohlfahrtspflege, der Sport- und Kulturförderung ab 1974 ihr Engagement in der SPD. Der Ortsverein Meppen wählte sie 1988 zur Vorsitzenden. Als ihre inhaltlichen Schwerpunkte nannte sie 1990 die Bildungspolitik, den Städtebau und die Frauenpolitik. 1993 wurde Stief-Kreihe zur Vorsitzenden des SPD-Unterbezirks Emsland gewählt. 2013 gab sie das Amt an Andrea Kötter ab.

Seit 1996 war sie Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion. In diesem Amt und als Landtagsabgeordnete bis 2012 leistete sie „ein enormes Arbeitspensum“, bescheinigte ihr die SPD-Unterbezirksvorsitzende Kötter 2013. „Die Emsländer haben alle von diesem Engagement profitiert.“

Anerkennung fand ihre politische Arbeit bei den anderen Parteien, was sich unter anderem in der Unterstützung ihrer Kandidatur als Bürgermeisterin 2001 in Meppen durch Bündnis 90/Die Grünen zeigte. Ihr CDU Mitbewerber in dieser Wahl, Heinz Jansen, der im Stadtrat Meppen und im Landtag mit ihr zu tun hatte, wertete „Herzlichkeit“ als ihre herausragende Eigenschaft, die die Distanz zwischen der Bevölkerung und der Politik überwinden half.


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