Dänisches Filmteam zu Gast Film in JVA Meppen zeigt Leiden eines dänischen KZ-Häftlings

Schauen sich die Lagepläne des ehemaligen Außenlagers Meppen-Versen an: Christian Juul Søes, Ole Krogsgaard, Jürgen Dickmännken, Per-Erik Zeller, Bruno Bode, Bernhard Saalfeld (von links). Foto: JVA MeppenSchauen sich die Lagepläne des ehemaligen Außenlagers Meppen-Versen an: Christian Juul Søes, Ole Krogsgaard, Jürgen Dickmännken, Per-Erik Zeller, Bruno Bode, Bernhard Saalfeld (von links). Foto: JVA Meppen

Meppen. Zwei junge dänische Filmemacher sind in der Justizvollzugsanstalt Meppen zu Gast gewesen. Sie drehten eine Dokumentation über den Leidensweg des ehemaligen dänischen KZ-Häftlings Henning Jensen.

Laut einer Pressemitteilung folgt der Film Jensens Weg vom KZ Fröslee ins KZ Neuengamme, weiter zum Außenlager Meppen-Versen und dann zurück nach Dänemark. Die Aufnahmen auf dem Gelände der JVA wurden mit einer 360-Grad-Kamera und einer Drohne gemacht. Zu sehen sein wird der siebenminütige Virtual-Reality-Film im dänischen Fröslee Museum.

Ziel ist es, so der dänische Projektverantwortliche Ole Krogsgaard, „dass die Zuschauer des Museums die Geschichte von Henning Jensen durch eine Virtual-Reality-Brille hautnah miterleben können. Im Film erzählt Jensen seine Geschichte, während die Zuschauer mitgenommen werden, an die Orte, an denen er geschuftet hat.“ Die Filmaufnahmen werden grafisch aufgearbeitet und teilweise illustriert dargestellt, um ein noch realistischeres Erleben der damaligen Zeit zu ermöglichen.

Lagepläne erstellt

In einem gemeinsamen Austausch konnten der Anstaltsleiter Per-Erik Zeller, der stellvertretende Anstaltsleiter Bernhard Saalfeld, der ehemalige Anstaltsleiter Bruno Bode und der Öffentlichkeitsbeauftragte der JVA Meppen, Jürgen Dickmännken, den beiden jungen Filmemachern Einblicke in die damalige Zeit und die Historie der JVA Meppen beziehungsweise des Lagers Versen geben. Besonders Bode vermittelte dabei durch fundiertes, umfassendes Wissen zur Geschichte des Lagers ein umfassendes Bild. Um eine bessere Vorstellung von der damaligen Situation und Gebäudeanordnung zu bekommen, wurden alte Lagepläne und Grafiken sowie Modelle genutzt, die von Gefangenen im Rahmen eines Projekts angefertigt wurden.

Hintergrund

Im November 1944 richtete das Konzentrationslager Neuengamme in Versen ein Außenkommando ein. Hier wurden nun vorwiegend dänische Widerstandskämpfer einquartiert, die man zu Zwangsarbeiten heranzog. Ihre Aufgabe waren Schanzarbeiten an der Verteidigungslinie „Friesenwall“. Dabei wurden Panzergräben und Stellungssysteme ausgehoben.

Der Friesenwall sollte mehrere gestaffelte Stellungslinien und Riegel umfassen. Westlich der Lager war die „Nordsüd-Kanal-Stellung“ und östlich die „Ems-Rhein-Stellung“ vorgesehen. Im Außenkommando kam es, besonders während der Wintermonate, durch die harten Lebens- und Arbeitsbedingungen zu zahlreichen Toten. Ende März 1945 erfolgte die Auflösung der Außenkommandos. Die noch arbeitsfähigen Häftlinge wurden per Bahn und streckenweise auch zu Fuß Richtung Osten verlegt.


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