Bis Ende 2019 werden 60 Millionen investiert Landkreis Emsland forciert den Glasfaserausbau

Von Ingo Hinrichs

Zum Thema „Schnelles Internet für das Emsland“ Michael Steffens (2.v.l.) referierte Michael Steffens (2.v.l.) bei der Seniorenvereinigung der Stadt Meppen. Das Bild zeigt ihn mit den Vorstandsmitgliedern der Seniorenvereinigung mit ihrem Vorsitzenden Franz Holtgreve (links). Foto: HinrichsZum Thema „Schnelles Internet für das Emsland“ Michael Steffens (2.v.l.) referierte Michael Steffens (2.v.l.) bei der Seniorenvereinigung der Stadt Meppen. Das Bild zeigt ihn mit den Vorstandsmitgliedern der Seniorenvereinigung mit ihrem Vorsitzenden Franz Holtgreve (links). Foto: Hinrichs

Meppen. Auf Einladung der Seniorenvereinigung der Stadt Meppen hat Michael Steffens, Dezernent des Landkreises Emsland für Kreisentwicklung, zum Thema „Schnelles Internet für das Emsland“ referiert.

Nach einer Statistik aus dem Jahr 2016 liegt Deutschland als „Glasfaser-Entwicklungsland“ mit einem Anteil von nur 1,6 Prozent an den Festnetz-Breitbandanschlüssen auf dem vorletzten Platz von zehn ausgewählten OECD-Ländern. Japan, Lettland und Schweden führen die Liste mit Anteilen von 50 bis 75 Prozent an. Hinter Deutschland rangiert nur noch Griechenland (Quelle: statista, OECD).

Auch im Emsland gab es lange Zeit vergleichsweise viele weiße Flecken. Als solche bezeichnet man Gebiete, die mit weniger als 30 Mbit/s angeschlossen sind. Durch kontinuierlichen Ausbau ist hier schon einiges erreicht worden. Während der Anteil der in diesem Sinne unterversorgten Nutzer im Jahr 2015 im Emsland noch bei annähernd 30.000 Haushalten (von rund 105.000) lag, konnte diese Zahl aktuell annähernd halbiert werden. Besonders dadurch, dass die Netzbetreiber vor dem Hintergrund des geplanten öffentlichen Investitionsprogramms und neuer Mitbewerber ihre eigenen Anstrengungen deutlich erhöhten. Sowohl bisher als auch in Zukunft werden diese Ausbauten aber marktwirtschaftlich orientiert sein und in dichter besiedelten Gebieten stattfinden. Ländliche Bereiche hätten dann das Nachsehen. Aber genau hier setzt das Ausbauprogramm des Landkreises Emsland an.

60 Millionen für den Ausbau

Mit einer Gesamtsumme von 60 Millionen Euro will der Landkreis Emsland eine weitestgehend flächendeckende hohe Internetgeschwindigkeit in den bisherigen weißen Flecken erreichen. Zu der Investitionssumme gibt der Bund einen kräftigen Zuschuss von 29,5 Millionen Euro, das Land steuert zwei Millionen Euro bei, sodass sich der Landkreis Emsland und die jeweiligen Kommunen die verbleibenden Kosten mit je rund 14 Millionen Euro teilen. Durch das neue Netz sollen Standortvorteile geschaffen werden, die allen zugutekommen. Nicht nur privaten Nutzern, sondern vor allem auch Selbstständigen und Unternehmen, die in der Kommunikation mit Kunden und Lieferanten auf schnelles Internet angewiesen sind.

Schnelles Internet in 98,5 Prozent der Haushalte

Ausgebaut werden die Glasfasernetze von der Telekom Deutschland GmbH, die für das nördliche Emsland zuständig ist, und der Innogy TelNet GmbH, die den Zuschlag für das mittlere und südliche Emsland erhielt. Zum Ende des Ausbaus verfügen dann 98,5 Prozent der emsländischen Haushalte über schnelles Internet. 70 Prozent der neu geschaffenen Anschlüsse in den bisherigen weißen Flecken erreichen dann über einen Glasfaserhausanschluss sogar 1000 Mbit/s. Auch nach diesem Ausbau wird es noch Haushalte geben, die nicht angebunden werden können. Dieser Anteil wird jedoch deutlich unter zwei Prozent der Haushalte liegen.

Nach dem Ausbau errechnet der Landkreis über das gesamte Kreisgebiet einen knapp über 50 Prozent liegenden Glasfaseranteil an den Festnetz-Breitbandanschlüssen. Nach Japan mit rund 75 Prozent läge das Emsland dann gleichauf mit Schweden auf einem vorderen Platz der eingangs genannten Statistik. Hierfür ist die Verlegung von ca. 1900 Kilometer Glasfaserkabel notwendig. Der Ausbau ist bereits in vollem Gang und soll 2019 abgeschlossen werden.

Auch bessere Mobilfunkabdeckung

Auch die bessere Netzabdeckung im Mobilfunknetz ist eng mit dem Glasfaserausbau verknüpft, da die höheren Geschwindigkeiten G5, LTE und 3G nur mit an das Glasfasernetz angebundenen Basisstationen erreicht werden können. Dazu kann das neu geschaffene Netz sicherlich ebenfalls genutzt werden.