Lesung mit Autorin Silvia Rößler Lachen trotz und alledem in Meppen

Von Adelheid Schmitz

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„Darf ich lachen, wenn ich traurig bin?“, dieser Frage ging Silvia Rößler (vorne links), Autorin des Buches: „Lachen trotz und alledem“ im Gemeindehaus der Gustav-Adolf-Kirche in Meppen nach, hier mit Angelika Krapp. Foto: Adelheid Schmitz„Darf ich lachen, wenn ich traurig bin?“, dieser Frage ging Silvia Rößler (vorne links), Autorin des Buches: „Lachen trotz und alledem“ im Gemeindehaus der Gustav-Adolf-Kirche in Meppen nach, hier mit Angelika Krapp. Foto: Adelheid Schmitz

Meppen. Die Autorin Silvia Rößler hat im Gemeindehaus der Gustav-Adolf-Kirche in Meppen ihr neues Buch „Lachen – trotz und alledem, darf ich lachen, wenn ich traurig bin“ vorgestellt. Lachyogaübungen haben für ein heiteres Publikum gesorgt.

„In Deutschland gilt, dort wo Trauer herrscht, darf nicht gelacht werden. Schnell wird derjenige, der einen Schicksalsschlag erlitten hat, sei es Krankheit, Arbeitsverlust oder ein Todesfall argwöhnisch beäugelt, wenn er statt sich in Ernsthaftigkeit und Trauer zu verstricken beim Lachen erwischt wird. „Wie kann man den da lachen? Nimmt der die Situation nicht ernst?“ er wird oberflächlich abgestempelt“, schreibt Rößler in ihrem Buch. Dabei sei es lebensnotwendig nach der Stille, dem Schluchzen und Weinen die Schwere aufzulösen.

Interaktiv

Bei der interaktiven Lesung wurden Gäste zum Lachen motiviert. Pantomimisch wurde eine Lachbrille aufgesetzt, Lachcreme auf die Mundwinkel verteilt, Laute wurden gesprochen und ein Rhythmus geklatscht. Jeder klopfte sich selbst und seinem Nachbarn lobend auf die Schulter.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Meppener Lachyogatrainerin Angelika Krapp. Sie ist überzeugt, Lachyoga mobilisiert nicht nur neue Energien und setzt Glückshormone frei, sondern es stärkt auch das Immunsystem und verbessert die Leistungsfähigkeit.

Die Autorin Silvia Rößler lebt in Bielefeld und arbeitet als Physiotherapeutin, Lachyogalehrerin, Tanz- und Theaterpädagogin.

Sie schreibt in ihrem dritten Buch: „Studien haben ergeben, dass Kinder in Deutschland bis zu hundertmal am Tag lachen, Erwachsene nur noch 15 mal. Es geht schon früh los mit Lachverboten und die rauben Kraft, wie: „Lach nicht so laut!“ „Sei nicht so albern!“ „Was sollen die Leute denken?“ „Dir wird das Lachen schon vergehen!““ Diese Maßregelungen gelten für viele Menschen ihr Leben lang. Lachverbot in der Öffentlichkeit, bei der Arbeit, im Lokal und in der Kirche. Rößler berichtete von Lachyogaveranstaltungen, die daraufhin bewusst in Kirchen stattfinden.

Weiterhin berichtet sie in ihrem Buch über Diktatoren, die das Lachen fürchten, den Lachen sei Freiheit, es stehe für Eigenständigkeit und Hoffnung.

Verlust ihres Vaters

Die Autorin berichtet über den frühen Verlust ihres Vaters und beider Großväter. Sie wuchs auf in einem Trauerhaus, in dem die Mutter aus den Trauerkleidern nicht mehr herauskam. Jahre später begleitete Rößler eine Freundin durch alle Phasen einer Erkrankung. Dabei erlebte sie immer wieder, dass Lachen und Weinen dicht beieinanderliegen und, dass das eine rasch in das andere umkippen kann.

Sie sagte: „Wie Yin und Yang, Tag und Nacht, Himmel und Erde gibt es Freude und Trauer und somit Lachen und Weinen.“ Oft verbieten sich Menschen in Trauerphasen das Lachen, sie sind unsicher: „Was wird von mir erwartet?“ „Was erlaube ich mir!““Trauerarbeit ist für die Seele gesund und heilsam, aber es ist wichtig, diesen Zustand auch wieder zu verlassen. Freude und Leichtigkeit in der Schwere zu erlauben. Ein aufkeimendes Lachen sollte nicht gleich erstickt werden, begrüßen sie es wohlwollend, denn: Lachen ist Seele putzen.“

Moderne Witze

Moderne Witze wurden vorgelesen, aber auch Spottgedichte und Flüsterwitze aus früheren Zeiten, die als Puffer und Ventil dienten.

Rößler riet den Zuhörern, sich selbst nicht ganz so ernst zu nehmen, und öfter über sich selbst zu lachen.

Der Reinerlös der Veranstaltung geht an die Hospizhilfe Meppen.

Interessierte können jederzeit ohne Anmeldung am Lachtreff Meppen teilnehmen. Er findet donnerstags von 17 bis 18 Uhr im Gemeindehaus der Gustav-Adolf Kirche statt.


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