Einnahmen durch Abwasser schrumpfen Stadtwerke Meppen 2017 deutlich weniger wirtschaftlich

Von Konstantin Stumpe

Deutlich weniger Abwasser wurde in Meppen im Jahr 2017 produziert. Symbolfoto: Maja Hitij/dpaDeutlich weniger Abwasser wurde in Meppen im Jahr 2017 produziert. Symbolfoto: Maja Hitij/dpa

Meppen. Einen Gewinn von knapp 331.000 Euro haben die Meppener Stadtwerke in ihren Arbeitsbereichen Parken, Wasser, Abwasser und Baubetriebshof im Jahr 2017 gemacht. 2016 betrug der Gewinn noch etwa 578.500 Euro – das sind 247.500 Euro mehr. Diese Zahlen besprach nun der Betriebsausschuss der Stadt Meppen.

In den einzelnen Fachbereichen stellt sich die finanzielle Lage wie folgt dar. Im Bereich Wasser/Parken machte die Stadt einen Verlust von etwa 123.000 Euro (Vorjahr 116.500 Euro). Das liegt laut dem Bericht der Verwaltung insbesondere an den Verlusten aus den Parkeinrichtungen. Neben dem Parkhaus Domhof und der Tiefgarage Emseck, die der Stadt gehören, betreibt sie als Pächter die Tiefgaragen MEP und Stadtmitte. Hinzu kommen diverse offene Parkplätze.

Während die Stadtwerke mit der Wasserversorgung wie im Vorjahr einen Gewinn von etwa 21.500 Euro erzielten, machten sie mit den Parkeinrichtungen einen Verlust von 144.500 Euro. Zwar hat sich der Umsatz um rund 23.000 Euro erhöht, dem stand jedoch ein gestiegener Aufwand entgegen. „Für die gepachteten Garagen sowie die Parkplätze fallen hohe Pacht-, Personal- und Unterhaltungskosten an“, begründet Betriebsleiterin Mechthild Wessels.

Um dieses Minus in Zukunft wettzumachen, hatte der Rat die Parkgebühren ab dem 1. Januar 2018 angehoben. „Es sieht gut aus. Stand jetzt können wir damit das Minus ausgleichen“, sagt Wessels.

Deutlich weniger Gewinn beim Abwasser

Mit der Abwasserentsorgung hat die Stadt Meppen im Jahr 2017 etwa 158.500 Euro verdient. Im Vorjahr hatte das Plus noch etwa 236.000 Euro mehr betragen (394.000 Euro). Das Ergebnis sei zum Vorjahr vergleichsweise schlecht, weil die ehemalige Hochwald-Wurstfabrik, 2016 von Tönnies aufgekauft, inzwischen nur noch Trockennahrung produziert. „Deshalb ist der Wasserverbrauch unseres ehemals größten Kunden stark gesunken“, bedauert die Betriebsleiterin.

Weil laut der Verwaltung in den kommenden Jahren einige Investitionen im Abwasserbereich notwendig werden, hat die Stadt auch die Abwassergebühren angehoben. Unter anderem soll das Schneckenpumpwerk sowie der Zulauf für die Kläranlage im Zentrum erneuert werden. Bereits abgeschlossen sei der Bau des neuen Betriebsgebäudes an der Anlage in Rühle. Seit dem 1. Januar 2018 beträgt die Leistungsgebühr statt 1,65 nun 1,78 Euro pro Kubikmeter Wasser und die Grundgebühr statt 1,37 nun 2,33 Euro pro Monat. Ein Vier-Personen-Haushalt muss etwa 2,48 Euro mehr pro Monat zahlen.

Auch Baubetriebshof macht weniger Gewinn

Der Baubetriebshof hat 2017 einen Gewinn von etwa 295.000 Euro erzielt, gut 5000 Euro weniger als im Vorjahr. Dies ist laut Wessels nicht einfach zu erklären. Ein Grund könne etwa sein, dass Kosten für Personal sowie für Treibstoff oder Strom von Jahr zu Jahr variieren.

Anlagevermögen gesunken

Das Anlagevermögen der Stadtwerke Meppen ist im vergangenen Geschäftsjahr von etwa 35 auf 32,5 Millionen Euro gesunken. Dies hängt laut Wessels im Wesentlichen damit zusammen, dass die Abrechnung der Wassergebühren nicht mehr Innogy übernimmt, sondern nun in Eigenregie von den Stadtwerken ausgeführt wird. So tauchen die dafür jährlich aufgewendeten ca. 2,5 Millionen Euro nicht mehr in der Jahresbilanz auf. Dass deshalb das Eigenkapital zurückgegangen ist, habe buchhalterische Gründe. Im Endeffekt sei dies aber sogar positiv. Denn so konnte die Eigenkapitalquote von etwa 77 auf 84 Prozent erhöht werden. Darüber hinaus könnten durch die Übernahme der Abrechnung langfristig Kosten gespart sowie mehr Nähe zum Kunden aufgebaut werden.