Düngerfabriken gegen Mengenproblem? Runder Tisch Nährstoffmanagement Emsland tagt

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Auf Einladung des Kreislandwirts Hermann Hermeling hat der Runde Tisch „Nährstoffmanagement im Landkreis Emsland“ getagt. Foto: Jan WulkotteAuf Einladung des Kreislandwirts Hermann Hermeling hat der Runde Tisch „Nährstoffmanagement im Landkreis Emsland“ getagt. Foto: Jan Wulkotte

pm/tb Meppen. Auf Einladung des Kreislandwirts Hermann Hermeling hat der Runde Tisch „Nährstoffmanagement im Landkreis Emsland“ getagt.

Teilnehmer kamen von verschiedenen Behörden, dem Landvolk, den Wasserverbänden, den örtlichen Beratungsorganisationen und der Landwirtschaftskammer. Sie stellten einer Pressemitteilung zufolge fest, „dass mindestens 40 Kilogramm Stickstoff pro Hektar laut aktuellem Nährstoffbericht auf Kreisebene zu viel gedüngt wird“. Der Düngebedarf der Pflanzen werde überschritten. Die Nährstoffüberschüsse müssen demnach „unbedingt abgebaut“ werden. Der Runde Tisch gibt dazu Impulse an Beratung und Politik.

Die Zahlen des Nährstoffberichts für das Wirtschaftsjahr 2016/2017, die Heinz-Hermann Wilkens von der Düngebehörde vorstellte ( wir berichteten), sind im Vergleich zu den Vorjahren im Emsland demnach zwar positiv zu werten, weil Tierzahlen und Mineraldüngermengen rückläufig sind und mehr Exporte besonders von nährstoffreichen Geflügelmisten erfolgten. Während die Grenzwerte nach der alten Düngeverordnung noch eingehalten wurden, gilt dies nicht nach der neuen Düngeverordnung, die z.B. 170 kg Stickstoff je Hektar als Obergrenze vorgibt.

Eine Lösung des Problems bietet der Mitteilung zufolge die technische Aufbereitung der Wirtschaftsdünger. Dazu stellte Daniel Baumkötter (FH Steinfurt) Ziele, Inhalte und erste Ergebnisse des EU-Projekts „Mest op Maat (MoM)“ vor. Unter www.mestopmaat.eu können Informationen zu Akteuren und Aufbereitungstechniken auf Niederländisch und Deutsch abgerufen werden. Es werden Praxistests, Laborversuche, Umfragen und Workshops durchgeführt, um herauszufinden, wie der „Dünger nach Maß“ beschaffen sein soll.

Lambert Hurink, VEL-Geschäftsführer, erläuterte die Vorstellungen des Einsatzes von Aufbereitungstechniken aus Sicht des Agro-Vermittlungs-Dienstes (AVD) im Emsland. Er äußerte die Hoffnung, dass die Stickstoffprobleme zeitnah gelöst werden könnten, beim Phosphat dauere es länger. Die Machbarkeit der Realisierung von größeren „Düngerfabriken“ in der Region werde geprüft. Dort werde Dünger so aufbereitet, dass er besser vermarktet werden kann.

Die Anwesenden diskutierten weitere Ideen zur Minderung der Nährstoffüberschüsse. Zusätzlich zu den geplanten „Düngerfabriken“ könnten über die nährstoffreduzierte Fütterung schnell positive Effekte erzielt werden. Das Emsland sei die Region der „Macher“. Alle in der Runde vertretenen Organisationen würden daher die Maßnahmen positiv begleiten.

Es wurde auch über die Reduzierung des Tierbestandes diskutiert. Das sei aber nicht Ziel der Kreispolitik, hieß es. Man müsse unbedingt die Bevölkerung mitnehmen, deren Skepsis gegenüber der Düngepraxis groß sei. Man müsse gleichzeitig unbedingt die Landwirte unterstützen, die zur Umstellung ihrer Gewohnheiten Zeit bräuchten.


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