Drei Freunde am Start Meppener Gymnasiasten im Finale von „Jugend forscht“

Von Heike Kinkopf

Im Experimentiersaal: die Meppener Gymnasiasten Sacharja Thairo Wellmer (von links), Christoph Thale und Sebastian Berentzen. Foto: Heike KinkopfIm Experimentiersaal: die Meppener Gymnasiasten Sacharja Thairo Wellmer (von links), Christoph Thale und Sebastian Berentzen. Foto: Heike Kinkopf

Meppen. Sacharja Thairo Wellmer, Sebastian Berentzen und Christoph Thale fragen sich, mit welchem Kraftstoff wir in Zukunft Gas geben. Die Schüler des Gymnasiums Marianum in Meppen haben eine mögliche Antwort gefunden. Ihr Projekt präsentieren sie beim „Jugend forscht“-Bundesfinale in Darmstadt.

„Es wäre erfreulich, wenn unser Projekt Aufmerksamkeit erfährt“, meint der 16 Jahre alte Christoph Thale aus der Stufe elf. Mehr als ein Jahr lang beschäftigen sich Thale, der 17-jährige Sacharja Thairo Wellmer aus der Stufe zwölf und der 16-jährige Sebastian Berentzen aus der Klasse 10a mit der Frage, ob Wasserstoffperoxid ein Energieträger der Zukunft sein könnte. Vereinfacht gesagt: Ja. Die Schüler wissen aber zu differenzieren.

Klimawandel

Warum sie sich mit diesem Thema beschäftigen? „Ein großes Problem in unserer Gesellschaft ist der Klimawandel“, heißt es in der rund 20 Seiten starken schriftlichen Arbeit über das Projekt. Dazu tragen fossile, auf Kohlenwasserstoff basierende Krafttreibstoffe bei. „Umweltzerstörung ist ja nicht so gut“, sagt Sebastian Berentzen. „Man sollte an die Mitmenschen und an die Zukunft denken.“

Die drei bauen einen Motor, der durch den Zerfall von Wasserstoffperoxid angetrieben wird. Akribisch, ausdauernd, mit Lust am Forschen, Tüfteln und Ausprobieren gehen sie vor. So haben sie zum Beispiel den Hausmeister des Gymnasiums so lange genervt, bis der ihnen tatsächlich am Neujahrstag die Schule und den Chemiesaal aufsperrte.

Durchhaltevermögen und Eigeninitiative

Durchhaltevermögen und Eigeninitiative stecken laut Regina Wilkens in dem Projekt. „Sie haben es ganz alleine und selbstständig erarbeitet“, meint die 58-jährige Lehrerin und Leiterin der „Jugend forscht“-AG. Von einem bestimmten Punkt an könnten sich Eltern und Lehrer nicht mehr um den Fortgang eines Projekts kümmern. Dass die drei es mit ihrer Idee von Wasserstoffperoxid als Energieträger bis ins Bundesfinale von „Jugend forscht“ schaffen, liege daran, dass die Schüler „unglaublich viel Eigenarbeit“ geleistet haben.

Der bisherige Verlauf des Wettbewerbs verläuft für die Gymnasiasten ungewöhnlich. Dass sie beim Regionalentscheid den ersten Platz belegen und ins Landesfinale einziehen, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Der Sieg beim Landesentscheid, der ins Bundesfinale führt, ist eine kleine Sensation. Darmstadt nun sehen die Jungen entspannt entgegen. Dort wird die Konkurrenz im Bereich Chemie extrem stark sein, wissen sie. Allein die Erfahrungen und Eindrücke, die sie dort sammeln, ist die Reise wert.

„Wir ergänzen uns“

Der Erfolg der Jungen basiert auf verschiedenen Faktoren. Da sind zum einen das fachliche Wissen, die Wissbegierde, die guten Forschungsbedingungen am Gymnasium und die charakterlichen Stärken. Da ist zum anderen der Mannschaftsgeist, der Sacharja Thairo Wellmer, Christoph Thale und Sebastian Berentzen eint. „Wir ergänzen uns“, erklärt Sacharja Wellmer. Sebastian Berentzen beispielsweise könne sehr gut Texte formulieren und die Arbeit präsentieren. Sebastian Berentzen wiederum lobt Christoph Thale, der sein technisches und chemisches Wissen gut kombinieren könne. Christoph schätzt an Sacharja die Fähigkeit des „Outside the box“-Denkens, die Fähigkeit, über den Tellerrand schauen und kreative Lösungen entwickeln zu können. Die Freunde, die im Wassersportverein Meppen rudern, ziehen an einem Strang. „Wir können zusammen deutlich mehr erreichen als alleine“, meint Christoph Thale.

Teamspirit

Teamspirit prägt die „Jugend forscht“-AG der Schule, bestätigt Koordinatorin Regina Wilkens. Zu der gehören neben Thale, Berentzen und Wellmer fünf weitere Jungen im Alter von zwölf bis 18 Jahren.

„Aus Lust am Forschen, eigene Projekte abwickeln, selbstständig arbeiten“, begründet der 14 Jahre alte Alexander Basenius, warum er in der AG mitmacht. Njiku Melchior Wellmer, 18 Jahre alt, reizt zu erfahren, was hinter den Dingen steckt. Die Forschung fasziniert die Schüler. Erste Erfolge weisen auch Fynn Rölleke aus der 7e und Isaak Dinguri Wellmer aus der 6c auf. Die beiden schaffen es auf der ersten Stufe des Wettbewerbs ebenfalls aufs Siegerpodest. Für sie heißt es Platz eins beim Regionalentscheid in der Sparte „Schüler experimentieren“ für die unter 15-Jährigen. Es spricht für die Qualität der gesamten AG.


„Jugend forscht“

Der bundesweite Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“ fördert besondere Leistungen in Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Unterstützt wird er unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Industrie und dem Landkreis Emsland. Dieses Jahr beteiligen sich 12069 junge Menschen. Der Wettbewerb beginnt auf der Regionalebene. Erstplatzierte kommen weiter ins Landesfinale. Die Landessieger treffen sich von Donnerstag bis Sonntag, 24. bis 27. Mai, beim Bundesfinale in Darmstadt.

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