Neuer Vorstand des Wirtschaftsverbandes Meppen: Mit neuen Ideen gegen den Fachkräftemangel

Von Hermann-Josef Mammes


Meppen. Mit vielen neuen Ideen und Projekten will der Wirtschaftsverband Emsland dem Problem Nummer eins der hiesigen Wirtschaft Herr werden: Dem Fachkräftemangel. Während der Mitgliederversammlung am Donnerstag in Meppen stellte Vorsitzende Maria Borgmann Lösungsansätze vor.

„Wir sind als Verband sehr kreativ und kreieren neue Formate“, versprach Borgmann im Saal Kamp. Etabliert hätten sich bereits die Lernpartnerschaften, die Schülerakademie, MinT (Mädchen in Technik) sowie die Emslandstipendien. Ganz neu ist ein Vorhaben, das der Wirtschaftsverband mit dem Lingener Bonifatius-Hospital anstrebt. „Wir wollen junge Menschen aus Paraguay für eine Ausbildung im Emsland begeistern“. Viele Menschen in dem südamerikanischen Staat besäßen deutsche Wurzeln und oftmals auch gute deutsche Sprachkenntnisse. Auf der anderen Seite gebe es für junge Menschen dort kaum Ausbildungsmöglichkeiten. Im Juni werde eine emsländische Delegation nach Paraguay reisen, um Kontakte vor Ort zu knüpfen.

40 Stipendien

Ein zweites Projekt, das EmsStipendium, ermöglicht allein in diesem Jahr 40 Jugendlichen dank der finanziellen Hilfe von 28 Stiftern zu studieren. Dabei werden die Zugangskriterien erweitert. In den Genuss des Stipendiums kann jetzt auch kommen, wer hier geboren wurde oder zur Schule gegangen ist. Als einen „erschreckenden Wert“ bezeichnete die bisherige Vorsitzende die Quote der Schüler, die eine duale Ausbildung starten. „Nur 10 Prozent ziehen eine duale Ausbildung nach der Schule in Betracht.“ Dieser Entwicklung will man mit gezielten Gesprächen auch mit den Eltern entgegenwirken.

Zuhause bei den Machern

Ein weiter Baustein zur Fachkräfteakquise soll die Werbeaktion „Zuhause bei den Machern“ des Landkreises und Wirtschaftsverbandes ein. Die Kampagne ziele speziell auf das Ruhrgebiet ab. „In Gelsenkirchen herrscht eine Arbeitslosigkeit von 14 Prozent vor“, so Borgmann. Gerade junge Familien wolle man ins Emsland locken. Dabei konnte Landrat Reinhard Winter berichten, dass es bereits erste Erfolge gebe: „Zehn Familien zieht es dank der Kampagne bereits zurück ins Emsland.“

Unternehmenspreis vergeben

Die Vorsitzende warb aber auch in eigener Sache. Am 23. September wird der emsländische Unternehmenspreis in den Kategorien „Unternehmensentwicklung“, gesellschaftliches Engagement“, „Innovation und Kreativität“ sowie „Lebenswerk“ verleihen. Borgmann rief die Mitglieder auf, Firmen für die jeweiligen Kategorien vorzuschlagen. Zudem konnte die Vorsitzende als eine ihrer letzten Amtshandlungen die Mitglieder 399, 400 und 401 des Wirtschaftsverbandes Emsland begrüßen. Es sind dies die Firmen Robben (Allianz), Günther Mersmeyer sowie die Gartenbauzentrale Papenburg.

Einstimmig wählten die Mitglieder die neuen Vorstandsmitglieder Irene Backers, Dieter Barlage, Frank Blümel, Ulrich Boll, Maria Borgmann, Calaudia Bröker, Vera Butterweck-Kruse, Vera Goldschmidt, Jürgen Hölscher, Rabea Klaas, Bernd Knipper, Wilhelm Kuipers, Andreas Mainka, Georg Meiners, Ludwg Momann, Heinz Nögel, Andreas Nünemann, Inge Otten, Franz-Josef Paus, Dirk Schämann, Albert Schneider sowie Alfons Veer. Der Vorstand wird dann in der kommenden Wochen den neuen geschäftsführenden Vorstand wählen.