Brutzeit Naturschützer warnen vor Übereifer: Jungvögel nicht mitnehmen

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Eine jungen Amsel sitzt an einem Wegesrand. Durch Rufe steht der Jungvogel in Kontakt mit seinen Eltern. Foto: Nabu/Erhard NergerEine jungen Amsel sitzt an einem Wegesrand. Durch Rufe steht der Jungvogel in Kontakt mit seinen Eltern. Foto: Nabu/Erhard Nerger

Meppen. Der Naturschutzverband NABU warnt vor Übereifer beim Fund von Jungvögeln.

Es ist Brutzeit. Schon verlassen die ersten Jungvögel ihre Nester. Beim NABU-Regionalverband Emsland/Grafschaft Bentheim steht jetzt das Telefon nicht still. „Immer wieder rufen bei uns besorgte Bürger an, die Jungvögel gefunden haben und diesen helfen möchten“, so Mitarbeiterin Katja Hübner. „In den meisten Fällen handelt es sich bei scheinbar hilflosen Tieren jedoch nicht um Waisen, sondern um fast flugfähige Jungvögel mit relativ vollständigem Gefieder, die durch – besonders kläglich klingende - Bettelrufe noch mit ihren Eltern in Verbindung stehen“, erklärt Hübner. Auch Eulen verlassen oftmals als halbgroße Jungvögel die zu eng gewordene Brutstätte und sitzen bis zur Flugfähigkeit als „Ästlinge“ im bodennahen Strauchwerk.

Solange menschliche Beobachter sich in der Nähe der Jungtiere aufhalten, kehren die Altvögel nicht zu diesen zurück. „Wer einen solchen kräftig wirkenden Scheinwaisen findet, sollte ihn deshalb nicht einsammeln, sondern am besten in Ruhe lassen oder erforderlichenfalls an einen geschützten Ort, wie etwa eine Hecke, umsetzen“, so Hübner. Noch nackte Jungvögel sollten möglichst vorsichtig ins Nest zurückgesetzt werden. Die Vögel stören sich - im Gegensatz zu manchen Säugetieren – nicht am menschlichen Geruch. Jungvögel werden daher auch nach dem Umsetzen wieder von den Alttieren angenommen und versorgt.


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