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15.05.2018, 12:20 Uhr KOMMENTAR

Unterricht muss angepasst werden

Kommentar von Konstantin Stumpe

Der Deutsch-Test für Zuwanderer wurde im Auftrag des Bundesinnenministeriums vom Goethe-Insiitut und der telc gGmbH gemeinsam entwickelt. Screenshot. Konstantin StumpeDer Deutsch-Test für Zuwanderer wurde im Auftrag des Bundesinnenministeriums vom Goethe-Insiitut und der telc gGmbH gemeinsam entwickelt. Screenshot. Konstantin Stumpe

Mepppen. Auch in Meppen erreichen die Hälfte aller Teilnehmer eines Integrationskurses für Zuwanderer nicht das Ziel des Sprachtests. Es ist Zeit, sich darüber Gedanken zu machen und etwas an den Strukturen zu ändern.

Die Aussagen von Bildungsmanagerin Radka Lemmen an der VHS Meppen machen deutlich: Der Unterricht zur Vorbereitung auf den Deutschtest für Zuwanderer muss an die veränderten Bedürfnisse angepasst werden.

Es ist richtig, dass der Sprachtest Kompetenzen abfragt und nicht reines Wissen prüft, denn es hilft im Alltag keinen Schritt weiter, wenn man zwar auf dem Papier alle Vokabeln übersetzen kann, die gesprochene Sprache aber nicht beherrscht.

In Deutschland lernen die Kinder in der Schule, ihr gelerntes Wissen über verschiedene Operatoren anzuwenden. „Einordnen“ bedeutet etwa, einen Sachverhalt in einen vorgegebenen Zusammenhang einzubinden. Laut Lemmen kennen aber gerade Einwanderer aus dem Nahen Osten diese Art zu lernen nicht. Immer mehr Einwander kommen aus dieser Region. Daher müsste in den Integrationskursen viel mehr auf die Vermittlung von Kompetenzen gesetzt werden. Keine Frage, dafür müssten die Lehrkräfte zusätzlich geschult werden und die Kurse werden womöglich teurer und länger – die meisten Kursteilnehmer beziehen Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe, der Kurs wird daher vom Staat bezahlt. Aber wenn ohnehin mehr als die Hälfte aller Teilnehmer den Kurs wiederholen muss, ist eine Veränderung sinnvoll.


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