Kreative Arbeit mit Physik Forscher am Windthorst-Gymnasium Meppen

Die Klasse 10c präsentiert zusammen mit André Heeren (hinten links), Student der Universität Osnabrück, und Dr. Reingard Bott (vorne rechts), Physiklehrerin am Windthorst-Gymnasium, ihre Modelle. Foto: WGMDie Klasse 10c präsentiert zusammen mit André Heeren (hinten links), Student der Universität Osnabrück, und Dr. Reingard Bott (vorne rechts), Physiklehrerin am Windthorst-Gymnasium, ihre Modelle. Foto: WGM

Meppen. Bei der Gestaltung des Physikunterrichts arbeitet das Windthorst-Gymnasium Meppen mit der Universität Osnabrück zusammen.

So konnte der Jahrgang 10 durch eine handlungsorientierte Unterrichtsreihe mehr über „Energieumwandlung“ lernen. Für seine Bachelor-Arbeit schlüpfte André Heeren, Student der Universität Osnabrück, für fast sechs Wochen in die Rolle eines Lehrers.

„In dem Projekt haben die Schüler Motoren-Modelle zur Energieumwandlung von elektrischer in mechanische Energie und umgekehrt erstellt. Die Schüler durften dabei selbst entscheiden, was und wie sie ihre Motoren bauen. Auch für ihre Präsentation gab es keine Vorgaben“, erläutert Heeren das Projekt, das er mit Hilfe der fachlichen Beratung von Physiklehrerin Dr. Reingard Bott im Physikunterricht der Klasse 10c durchführte. Die Schüler sollten dabei in Kleingruppen eine Anwendungsmöglichkeit oder ein Fallbeispiel in einer kurzen Präsentation vorstellen. „Sie sollten ein Modell bauen oder einen Versuch zu ihrer Anwendung vorstellen, durchführen und erklären“, sagte Heeren.

Diese Freiheit in Planung und Durchführung war für viele Schüler ungewohnt. „Aber gerade das praktische Arbeiten in der Gruppe war dann zwar anspruchsvoll, aber auch sehr positiv“, freut sich Maike Lobert über die Abwechslung. Und die Klärung der Frage, wo diese Motoren im Alltag zu finden seien, sei durchaus spannend gewesen, ergänzt Amelie Dinter.

Für Heeren liegt der Mehrwert dieser handlungsorientierten Gruppenarbeit zum einen in der praxisnahen Umsetzung seiner wissenschaftlichen Arbeit, zum anderen aber auch in der Verringerung der Zeit von Frontalunterricht, der nach Studien in naturwissenschaftlichen Fächern in Deutschland noch bei ungefähr 80 Prozent liege. „Diese Zahl ist meiner Meinung nach zu hoch“, merkt er kritisch an. Ein weiterer Aspekt seien die Schüler: „Sie werden im Bereich der eigenverantwortlichen Arbeit geschult und können mit Spaß und eigenen Entscheidungen lernen.“

Für die Zukunft wünscht sich Heeren, dass Schulen solchen Projekten offen gegenüberstehen. Aus seiner Sicht sei diese Art der Kooperation für alle Seiten äußerst gewinnbringend. Außerdem sei es wünschenswert, dass sich so eine Form des Unterrichts auch in den höheren Jahrgangsstufen etabliere. Reingard Bott sieht in dieser Kooperation nicht nur einen großen Mehrwert für den Studenten, der seine Bachelor-Arbeit zum Thema „Ist ein konstruktivistisch handlungsorientierter Physikunterricht sinnvoll?“ schreibt, sondern auch für die Schüler: „ Die Motivation und das selbstgebaute Objekt bleiben ganz anders in Erinnerung.“