Vortrag beim Landvolk in Haren Stegemann fordert mehr Akzeptanz für die Landwirtschaft

Albert Stegemann referiert vor den emsländischen Landwirten. Foto: LandvolkAlbert Stegemann referiert vor den emsländischen Landwirten. Foto: Landvolk

Haren. Albert Stegemann, agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Mitglied der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft, hat auf der Sitzung des Landvolk Kreisvereins Meppen in Haren mehr Akzeptanz für die Landwirtschaft gefordert.

Stegemann referierte einer Pressemitteilung zufolge über agrarpolitische Themen, die zurzeit in Berlin auf der Tagesordnung stünden. Besonders am Herzen liege dem Landwirt die Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft. „In der Gesellschaft wird eine ideologische Diskussion geführt. Emotionen sind die Grundlage für Entscheidungen“, beschrieb der aus Ringe stammende Stegemann die Situation, in der sich die Agrarwelt zurzeit befinde. Es fehle eine Infrastruktur, mit der auf Bundesebene Aufklärungsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit für die Landwirtschaft betrieben werde. Dies möchte er, mit Unterstützung von Julia Klöckner, Bundesagrarministerin, und Gitta Connemann, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ändern. „Wenn möglich mit bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr“, sagte Stegemann.

Auf EU-Ebene seien die Änderungen der Gemeinsamen Agrar Politik (GAP) ein wichtiges Thema. Durch den Brexit seien diese Änderungen unabdingbar, stellte Stegemann fest. Mit Kürzungen von bis zu fünf Prozent müssten die Landwirte in Deutschland rechnen. Er wolle sich jedoch für den Erhalt der ersten Säule einsetzen, da die Flächenprämien für viele Familienbetriebe, auch im Emsland, existenziell seien.

Tierwohllabel

Auch die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirte gegenüber der ausländischen Konkurrenz sprach Stegemann an. Er war für ein Tierwohllabel, das mit niedrigeren Eintrittsstufen auch Chancen für Landwirte bieten könne. Zuerst solle dieses Tierwohllabel, das von Ministerin Klöckner bereits vorgestellt wurde, auf freiwilliger Basis eingeführt werden. Als Erweiterung auf EU-Ebene könne dieses dann auch verpflichtend gelten, so Stegemann.

Beim Bereich Milch sprach Stegemann sich für einen offenen Markt aus – ohne Milchmengenbegrenzung. Seine Erwartungen für das 2. Halbjahr 2018 liegen im Durchschnitt bei 33 bis 34 Cent pro Liter Milch. Stegemann schilderte, wie die Entscheidung zum Thema Neonicotinoide (Neonix) getroffen worden sei und wie es dabei auch um die Glaubwürdigkeit der Agrarpolitik ging. Bei der Entscheidung zum Pflanzenschutzmittel Glyphosat habe man sich auf die Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) verlassen, und so müsse man das auch bei den „Neonix“ handhaben, verteidigte Stegemann die Entscheidung der Ministerin.

Baurecht

Ebenso der Bereich des Baurechts beschäftigt die Landwirte sehr. Stegemann forderte, dass Bauen innerhalb eines Tierbestandes leichter ermöglicht werden sollte. Vor allem, wenn Umbauten und Modernisierungen der Ställe einhergingen mit mehr Tierwohl, sollte der Landwirt hier keine Probleme mit seiner Baugenehmigungen bekommen, erläuterte Stegemann.

Nachdem er seine aktuellen Themen rund um die Agrarpolitik dargelegt hatte, konnten die emsländischen Landwirte Fragen an ihn richten. Es entstand eine interessante Debatte rund um die Themen Tierwohllabel, GAP, Düngeverordnung und Tierseuchen.