Filmprojekt „Goose Sienken“ Dreharbeiten am Windthorst-Gymnasium Meppen

Von Reinhard Fanslau

Stolz auf das Ergebnis: die Beteiligten des Filmprojektes am Windthorst-Gymnasium. Foto: Reinhard FanslauStolz auf das Ergebnis: die Beteiligten des Filmprojektes am Windthorst-Gymnasium. Foto: Reinhard Fanslau

Meppen. In einem Filmprojekt befassen sich Schüler des Windthorst-Gymnasiums Meppen mit der Geschichte der Emsländerin Gesina Brink (1784 - 1807) genannt „Goose Sienken“.

Der Streifen ist zwar nur 14 Minuten lang, hinterlässt aber nachhaltigen Eindruck, wenn man ihn gesehen hat. Gemeint ist der Film, den eine junge Truppe des Windthorst-Gymnasiums in Anlehnung an die Geschichte der „Goose Sienken“ jetzt abgedreht hat. Das auf wahren Begebenheiten beruhende tragische Frauenschicksal hatte vor Jahren die Meppener Autorin Margret Koers in ihrem Roman „Hexenschwert“ verarbeitet. Das Filmprojekt startete unter Leitung von Ellen Bechtluft im Sommer 2017 und ging jetzt zu Ende.

Nur die Musik zum Film fehlte noch, als sich jetzt die 13 beteiligten Jugendlichen zusammen mit ihrer Lehrerin das Endprodukt ihrer monatelangen Arbeit zusammen ansahen. Besonders aufregend war die Arbeit für die fünf Schüler, die während des Projektes vor der Kamera standen. „Es ist schon komisch, sich selbst auf der Leinwand zu sehen“, meint Mattis Rüther, der die Rolle des Richter Carl Morrien verkörperte. Alle wuchsen im Laufe der Zeit in die Figuren hinein, die sie spielen sollten. Manchmal war der Sprung vom eigenen Charakter zur geschauspielerten Person groß. So zum bei Paul Bresan, der in die Rolle des durch und durch bösen Ehemanns von Goose Sienken, Hermann Fenslage, schlüpfte. „Ich hatte Angst, dass ich es nicht schaffe, einen so bösen Charakter darzustellen“, sagt der Hauptdarsteller, zumal alle seine Mitspieler versichern, dass er privat das komplette Gegenteil von böse sei. Aber es gelang ihm überzeugend, ebenso wie Lena Friedrich (Goose Sienken), Christina Rudat (Anna) und Sophie Feldhaus (Katharina).

„Uns kam es nicht auf Perfektion an“, sagt Ellen Bechtluft, die ihre ganze Erfahrung langjähriger Theaterarbeit einbrachte. Doch ist dieser Satz nicht angebracht, denn alles im Film wirkt sehr professionell. Das geht bis hin zur Maskenbildnerei. Goose-Sienken-Darstellerin Lena Friedrich sieht am Ende des Films, wo es auf ihre Hinrichtung zu geht, so richtig schön zerzaust aus. „Das habe ich mit Tusche, Heilerde und Öl so hingekriegt“, sagt Ellen Bechtluft. Auch die Drehorte wirken sehr authentisch und verstärken so das Eintauchen in die Zeit vor 200 Jahren. Entscheidende Szenen drehte das Filmteam des Windthorst-Gymnasiums im Gasthaus Giese in Bokeloh, in einer nachbauten Moorhütte und in einem betagten Privatgebäude.

Nach der Vorführung fragte Ellen Bechtluft in die Runde, ob alle noch einmal bei so einem Projekt mitmachen würden. Von manchen kommt ein eher zögerliches „Ja“, von anderen aber ein spontanes „Jaaaaa…“. Keiner hat es bereut mitgemacht zu haben. Die Pro-Argumente lauteten von „es war eine schöne kreative Abwechslung“ über „wir haben uns selbst besser kennengelernt“ bis hin zu „wir haben erfahren, was gute Kommunikation im Team ist“.

Ende des Sommers wird es Vorführungen im Windthorst-Gymnasium geben, verriet Ellen Bechtluft. Die Termine werden noch bekannt gegeben. Und der Beitrag soll auch beim Wettbewerb „Emsländische Filmklappe“ an den Start gehen.

Autorin Margret Koers hatte im vergangenen Spätsommer mit einer kleinen finanziellen Spende und der Schenkung von 20 „Hexenschwert“-Büchern das Projekt entscheidend vorangebracht. Mit dem, was jetzt dabei herausgekommen ist, ist sie hochzufrieden. Das Urteil der Autorin lautet: „Die Schüler haben es mit ihrer professionellen Darstellung der verschiedenen Charaktere geschafft, Mitgefühl für die historische Figur Goose Sienken zu entwickeln. Sie haben viel Zeit investiert, um das Wesentliche herauszuarbeiten und ich beglückwünsche sie zu diesem einfühlsamen Ergebnis.“